Sonnenstich, Hitzeschlag, Erschöpfung - Diese Erste Hilfe empfehlen die Halterner Malteser

mlzErste Hilfe bei Hitze

Hitze ist nicht nur für die Natur ein Problem, auch für den Menschen. Sonnenstich, Hitzeschlag oder Kreislaufprobleme sind möglich. Alles zur Ersten Hilfe bei Hitze lesen Sie hier.

Haltern

, 25.07.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstagabend wurde der bundesweite Hitzerekord geknackt - 40,5 Grad in Geilenkirchen. Und viel kälter sieht es in Haltern am See diesertage mit rund 40 Grad auch nicht aus. Die Straßen in der Innenstadt sind wie leergefegt.

Extreme Hitze bedeutet auch immer eine besondere Belastung für den Körper. Erst am vergangenen Wochenende haben die Einsatzkräfte des Malteser-Hilfsdienstes Haltern bei der Schlesier-Wallfahrt auf dem Annaberg gearbeitet und dabei einigen Personen mit Kreislaufproblemen geholfen.

Schockartiges Abkühlen führt zu Kreislaufversagen

Und was ist zu tun, wenn das Kind am Stausee plötzlich über Übelkeit klagt, oder der Nachbar bei der Gartenparty blass wird? Egal ob Hitzeschlag, Sonnenstich oder Hitzeerschöpfung, wichtig sei es zunächst, die betroffene Person in den Schatten zu bringen, sagt Matthias Mersmann von den Maltesern. Wichtig dabei: Die Person auf keinen Fall schockartig abzukühlen, etwa mit einem Eimer kalten Wassers. „Wir hatten vor Jahren selber schon mal so einen Fall im Strandbad, wo wir dann reanimieren mussten“, erinnert sich Mersmann.

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Denn beim schockartigen Abkühlen könne der Kreislauf kollabieren, weil sich die Gefäße zusammenziehen. „Deswegen sollte man sich vor dem Schwimmen abduschen, damit der Körper vorher ein bisschen abkühlt“, sagt Mersmann.

Erste Hilfe bei Hitzeschlag, Sonnenstich und Hitzeerschöpfung

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft macht aktuell mit einem Informationsflyer darauf aufmerksam, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen bei hitzebedingten Erkrankungen wichtig sind:

Beim Sonnenstich werden die Hirnhäute durch Strahlung auf den ungeschützten Kopft gereizt. Das kann sich durch einen hochroten Kopf, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und einen eventuell verzögerten steifen Nacken bemerkbar machen. Hier gelten folgende Maßnahmen:

  • Der Betroffene sollte sich zur Erholung hinlegen
  • Kopf des Betroffenen erhöhen (etwa mit einer Nackenrolle oder einem Kissen)
  • Kopf mit feuchten Tüchern kühlen
  • Rettungsdienst rufen

Eine Hitzeerschöpfung macht sich durch Kopfschmerzen, starkes Schwitzen, Hautblässe, schnellen Puls und Schockzeichen wie einen Blutdruckabfall bemerkbar. Dann ist folgendes zu tun:

  • Kopf und Beine des Betroffenen erhöhen
  • Rettungsdienst rufen
  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein, sollte er mit ausrerichendem Trinkwasser versorgt werden

Ein Hitzeschlag ist eine extreme Überwärmung des Körpers durch Hitze, der sich durch heiße, trockene und rote Haut bemerkbar macht, einen taumelnden Gang, Verwirrtheit sowie Bewusstlosigkeit. Hier gilt:

  • Stabile Seitenlage
  • Rettungdienst alarmieren
  • Schwere Kleidung öffnen
  • Betroffenen mit feuchten Tüchern kühlen

Als Faustregel empfiehlt Matthias Mersmann von den Maltesern, den Rettungsdienst zu rufen, wenn eine Person über Übelkeit klagt, erbricht oder bewusstlos wird. Generell empfiehlt Mersmann, sich vor allem bei älteren Personen öfter nach deren Befinden zu erkundigen.

Auf Sonnenschutz, Wasser und Verständnis achten

Um solchen Szenarien vorzubeugen, empfiehlt der Halterner, genügend Wasser oder Schorlen zu trinken, um die Elektrolyte aufzufüllen, vor allem ältere Menschen und Kinder mit Mütze oder leichter Cappi vor einem Sonnenstich zu schützen. Wer zur Arbeit muss, der könnte in Rücksprache mit seinem Chef die Arbeitszeiten vorverlegen. Aktivitäten wie Sport oder schwere Arbeiten sollten eher auf die kühleren Stunden des Tages verlegt werden. Arbeitgeber etwa könnten ihren Mitarbeitern mit kostenlosen Getränken helfen.

Und zu noch etwas rät der Malteser: Nachsicht. Etwa bei Bauarbeiten. „Dann muss man auch mal Verständnis dafür haben, wenn es gerade mal früher laut wird oder die Müllabfuhr nicht pünktlich kommt. Uns ist allen warm“, sagt Mersmann. Und er empfiehlt, dem Postboten zwischendurch auch mal ein kühles Glas Wasser anzubieten.

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