Matthias Bomba, Leiter des Hans-Böckler-Berufskollegs, mit einem Messgerät, das Alarm schlägt, wenn gelüftet werden muss. © Jürgen Wolter
Ausstattung an Schulen

Sorgen an Halterner Schulen: „Frage mich, wie Kinder das verkraften würden“

Die Halterner Schülerinnen und Schüler sollen das komplette Schuljahr 2021/2022 in Präsenz unterrichtet werden – unabhängig von der Inzidenz. Doch sind die Schulen dafür ausgestattet?

Yvonne Gebauer hob zu Beginn eines Pressegesprächs am Freitag (25. Juni) die besondere Leistung der Schüler während der Corona-Pandemie hervor. „Die Schülerinnen und Schüler haben die größten Entbehrungen auf sich genommen und etwas Besonderes und hoffentlich Einmaliges geleistet“, sagte die Ministerin für Schule und Bildung NRW.

Die Ministerin für Schule und Bildung NRW, Yvonne Gebauer, sprach am Freitag (25. Juni) über das kommende Schuljahr.
Die Ministerin für Schule und Bildung NRW, Yvonne Gebauer, sprach am Freitag (25. Juni) über das kommende Schuljahr. © dpa © dpa

Für das neue Schuljahr gelte ab dem 18. August: Alle Schülerinnen und Schüler sollen in vollem Umfang am Präsenzunterricht teilnehmen können. Dafür müssten alle „Hygienemaßnahmen, die sich bewährt haben“, weiterhin eingehalten werden. Auch im Falle einer wieder steigenden Inzidenz in den kälteren Monaten sei das „feste Ziel im Präsenzunterricht zu bleiben“, so die Ministerin.

An der Realschule muss sich noch etwas verändern

Alles andere wäre für Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule, auch nicht nachzuvollziehen. „Es wäre traurig, wenn wir im zweiten Winter da stehen würden, wo wir vor einem Jahr standen. Ich frage mich, wie die Kinder das verkraften würden“, so der Schulleiter.

Dafür seien an der Realschule einige Vorkehrungen getroffen worden: In jedem Klassenraum gebe es Desinfektionsmittel und für die schlecht durchlüfteten Räumen hat die Schule Belüftungsgeräte bekommen. Dennoch müsse sich noch einiges verändern.

„Ich fände es absolut traurig, wenn wir draußen Gott weiß was für Temperaturen haben und die Kinder sitzen da mit Decken und Jacken. Das darf nicht zum Dauerzustand werden“, so Frank Cremer.

Frank Cremer möchte, dass sich ein Zustand wie vor einem Jahr auf keinen Fall wiederholt.
Frank Cremer möchte, dass sich ein Zustand wie vor einem Jahr auf keinen Fall wiederholt. © Foto Holger Steffe © Foto Holger Steffe

Keine Windpocken an der Silverbergschule

Veronika Beher, Leiterin der Silverbergschule, hofft, dass auch die Grundschulen nicht vergessen werden: „Wir haben schon ganz schön im Kalten gesessen“, so die Sprecherin der Grundschulleiter. Beher äußerte zwar Verständnis dafür, dass nicht alle Räume einer Schule sofort mit mobilen Belüftungsanlagen ausgestattet werden könnten, es müsse aber „längerfristig gedacht“ werden.

Bis auf die schwer zumutbaren Temperaturen in den Klassenzimmern hätten die Maßnahmen aber gewirkt. „Wir hatten dieses Jahr durch die Hygienemaßnahmen keinen Fall von Windpocken – es war nur lausig kalt“, sagt Veronika Beher.

Am Joseph-König-Gymnasium reichen die Belüftungsgeräte

Auch das Joseph-König-Gymnasium hat mittlerweile in allen Räumen, die nicht durch Fenster durchgelüftet werden können, Belüftungsanlagen bekommen. „Wir sind besser aufgestellt als letztes Jahr“, ist sich Ulrich Wessel sicher. Für den Schulleiter ist die Belüftung der Räume ohne Luftfilter auch in kälteren Monaten kein Problem: „Alle 20 Minuten kommt ein Klingelsignal, alle Fenster für 5 Minuten zu öffnen. Das ist bei den Schülern so ein Automatismus, da sehe ich kein Problem.“

In diesem Raum im Joseph-König-Gymnasium gibt es keine Fenster. Deshalb hat die Stadt ein Belüftungssystem installiert.
In diesem Raum im Joseph-König-Gymnasium gibt es keine Fenster. Deshalb hat die Stadt ein Belüftungssystem installiert. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

An der Hauptschule gab es keine Corona-Treiber

Dagmar Perret, Schulleiterin der Joseph-Hennewig-Schule, ist der Meinung, dass die aktuellen Hygienemaßnahmen ausreichen, um dauerhaft im Präsenzunterricht bleiben zu können. „Wenn mal ein positiver Fall aufgetreten ist, gab es keine weiteren Multiplikatoren, was den Rückschluss zulässt, dass die Maßnahmen ausreichen“, so die Schulleiterin. Auch an der Hauptschule seien mittlerweile in allen Räumen ohne Belüftungsmöglichkeit die nötigen Geräte von der Stadt Haltern angeschafft worden.

An der Hauptschule sorgten Krankheitsfälle für keine Multiplikatoren, erklärte Dagmar Perret.
An der Hauptschule sorgten Krankheitsfälle für keine Multiplikatoren, erklärte Dagmar Perret. © Janis Czymoch © Janis Czymoch

Am Hans-Böckler-Berufskolleg ist die Situation etwas anders. Am Standort in Haltern gebe es keine Räume, die nicht durch das Öffnen eines Fensters belüftet werden könnten, erklärt der Leiter Matthias Bomba. „Wir haben seit Ostern ein Messgerät, das anzeigt, wenn die Luft ausgetauscht werden muss und das Alarm schlägt, wenn gelüftet werden muss“, erklärt der Schulleiter.

Aber reichen diese Maßnahmen, um weiter Präsenzunterricht zu ermöglichen? Man kann es nur offen. Immerhin: An allen Halterner Schulen hat sich die Ausstattung im Hinblick auf die Pandemie-Bekämpfung im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert. Ministerin Gebauer machte außerdem darauf aufmerksam, dass es damals „keinen Impfstoff für die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Kinder“ gegeben hätte.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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Janis Czymoch

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