SPD, TuS, Heimat: So denkt Halterns Marketing-Experte Raphael Brinkert

mlzSmalltalk

Es gibt viele spannende und beeindruckende Persönlichkeiten aus Haltern am See. In unserer Videoreihe „Smalltalk“ sprechen wir mit ihnen. Heute: Marketing-Experte Raphael Brinkert.

Haltern

, 10.11.2020, 07:30 Uhr

Die SPD hat bereits Anfang des Monats für den Bundestagswahlkampf 2021 einen Agenturpartner verpflichtet. Der Zuschlag ging an die Firma des gebürtigen Halterners Raphael Brinkert. Dabei hat die auf Sportmarketing und gesellschaftliche Themen spezialisierte Agentur nicht nur den Europawahlkampf der CDU begleitet, Brinkert selbst war bis vor einem Jahr auch Mitglied der Christdemokraten. Über diese und andere Themen haben wir mit dem 43-jährigen Flaesheimer, der auch den TuS Haltern am See mit seiner Expertise unterstützt, im Videochat gesprochen.

Raphael Brinkert über...

...den SPD-Wahlkampf:
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat bei uns als Agentur angefragt, ob wir uns dem Wettbewerb stellen wollen. Wir freuen uns, dass wir jetzt den Zuschlag bekommen haben. Ich bin ein Fan von Angela Merkel, aber ich kann mich auch mit vielen sozialdemokratische Inhalten gut identifizieren. Daher gab es auch keine Berührungsängste. Es ist für uns als Agentur eine große, kommunikative Herausforderung, die wir gerne annehmen. Ich glaube, dass die Partei mehr Geschlossenheit denn je ausstrahlt. Mit Lars Klingbeil haben sie einen mutigen Generalsekretär, der neue Wege gehen will. Mit Vizekanzler Olaf Scholz gibt es einen Kandidaten, der aktuell der wichtigste Mann in unserem Land ist.

...über die Arbeit seiner Agentur:

Ich bin jemand, der eine große Motivation für gesellschaftliche, politische und sportliche Themen hat. Nach 18 Jahren in verschiedenen Agenturen habe ich entschieden, selbst eine Agentur zu gründen. Dabei verfolgen wir eine klare Haltung. Eine Zusammenarbeit mit Rüstungskonzernen, Tabakherstellern oder der AFD würde für uns beispielsweise niemals infrage kommen. Insgesamt ist der Job für mich weniger Beruf, sondern vielmehr eine Berufung. Im Januar werden wir einen zweiten Standort in der Schweiz eröffnen. Es gibt viel zu tun.

...über einen Besuch bei dem syrischen Radiosender arta.fm:

Es war wirklich beeindruckend zu sehen, was der Halterner Siruan Hadsch Hossein dort aufgebaut hat. Es ist der einzige unabhängige, demokratische Radiosender in der Region. Es war aber zugleich auch erschreckend, die Bedingungen vor Ort hautnah zu sehen. In Amude wohnte beispielsweise eine Familie in einem Zelt. Dieser Besuch hat mir sehr deutlich gemacht, wie sehr wir den Alltag hier in Deutschland schätzen sollten.

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...über die Entwicklung beim TuS Haltern am See:

Die Umsetzung des Bilbao-Konzepts war alternativlos. Wir haben nur noch die Hälfte der Gelder zur Verfügung, die wir in der Vergangenheit hatten, zum Beispiel weil Sponsorenverträge ausgelaufen sind. Ich glaube, wir haben richtig gehandelt. Wir wollen wieder in Steine statt Beine investieren, wollen uns auf die Stärken des Vereins, wie die gute Ausbildung der vielen Nachwuchsfußballer, konzentrieren. Einige, die im letzten Jahr noch Bezirksliga gespielt haben, stehen nun in der Oberliga auf dem Platz. Wir hoffen, dass wir die Liga halten können. Zugleich sehen wir uns immer auch als kommunikative Sperrspitze der Stadt. Ich finde, wir sind insgesamt auf einem guten Weg.

...über die allgemeine Entwicklung des Sports in Haltern:

Ich glaube, es wäre sinnvoll, eine Gesamtstrategie für den Sport in Haltern aufzustellen. Es sollte mittelfristig nicht um singuläre Vereinsinteressen gehen, sondern um die Zukunft der Stadt insgesamt. Ein Konkurrenzdenken ist Schwachsinn, völlig veraltet. Wir müssen lernen, dass wir Standorte für Leistung- und Breitensport im Stadtgebiet schaffen. Vielleicht machen im Sinne der Nachhaltigkeit auch Fusionen von Sportvereinen Sinn. Im Jugendbereich ist ja schon die Entwicklung zu erkennen, dass vermehrt Spielgemeinschaften gebildet werden. Ich glaube, wir brauchen eine Gesamtstrategie, um den Sport in der Stadt auf ein nächstes Level zu bringen.

...über Haltern am See als Heimat:

Ich wohne seit vielen Jahren in Hamburg. Von meiner Agentur bis zur Reeperbahn ist es ein Katzensprung. Haltern wird dennoch immer meine Heimat bleiben. Für mich ist es die schönste Seestadt der Welt. Die Natur ist einfach herausragend. Es gibt wenig schönere Orte, um in Ruhe aufzuwachsen. Dafür bin ich dankbar. Ich freue mich immer wieder, wenn ich zurück nach Flaesheim komme und dort Freunde treffen kann.

Beim TuS Haltern am See kümmert sich Raphael Brinkert um Marketing und Kommunikation.

Beim TuS Haltern am See kümmert sich Raphael Brinkert um Marketing und Kommunikation. © Jürgen Patzke

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