Bergmann oder Römer: Wenn es nach der SPD-Fraktion im Halterner Stadtrat ginge, soll es in Zukunft neue Ampelanlagen in der Innenstadt geben. Dafür hat die SPD einen Antrag gestellt.

Haltern

, 07.01.2019, 05:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SPD-Fraktion im Halterner Stadtrat will Ampeln an prominenten Stellen in der Innenstadt mit Bergmanns- oder Römer-Motiven ausstatten. Dafür hat die Partei einen Antrag an die Stadt gestellt, um das Thema während der kommenden Ratssitzung am 4. April zu besprechen.

„Wir denken, dass es gut sichtbare Standorte sein sollten“, teilt die Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion Beate Pliete mit. Denkbar seien demnach etwa die Ampeln an der Rochfordstraße in der Innenstadt.

„Zur Verdeutlichung unserer Verbundenheit dieser Stadt mit den Themen ‚Bergbau‘ als auch ‚Römerzeit‘ bitten wir darum, Fußgängerampeln an ausgewählten Standorten mit den Motiven ‚Bergmann‘ als auch ‚Römer‘ auszustatten. Die vorgeschlagenen Motive symbolisieren die Verbindung der Stadt Haltern am See zu zwei sehr bedeutsamen und bis heute prägenden historischen Kapiteln der Stadtgeschichte“, heißt es in dem Antrag.

Verbundenheit mit dem Bergbau und der Römerzeit

Auch der Vorsitzende der IG BCE-Ortsgruppe, Gerd Ribbeheger, habe sich in Gesprächen mit der SPD den Wunsch vorgetragen, in Haltern die Verbundenheit mit dem Bergbau durch entsprechende Ampeln auszudrücken. „Mehrere Schachtanlagen befanden bzw. befinden sich auf unserem Stadtgebiet und viele Bürger unserer Stadt waren im Bergbau tätig“, so die SPD. Für das Motiv der Römer spreche, dass es in Haltern mehrere römische Militärlager auf städtischem Gebiet gegeben habe.

Städte und ihre Ampeln

So sehen die Ampeln in anderen Städten aus

  • Die erste Bergmanns-Ampel hat die Stadt Duisburg seit Oktober 2018.
  • Auch der Rat der Stadt Bergkamen hat der Umrüstung einiger Ampeln mit Bergmanns-und Römer-Motiven zugestimmt.
  • Andere Städte wie Wesel wünschen sich Ampel-Esel, in Worms ziehrt Martin Luther einige Ampeln, in Trier ist es Karl Marx, in Mainz ist es das Mainzelmännchen.
  • Hameln wurde allerdings eine Rattenfänger-Ampel verwehrt, heißt es nach Informationen der Deutschen Presseagentur.

Die erforderlichen Mittel sollen laut Antrag aus dem allgemeinen Etat des städtischen Haushaltes zur Verfügung gestellt werden. Alternativ könne auch eine Finanzierung durch Dritte in Betracht gezogen werden.

Wie viele Ampeln mit den neuen Lichtzeichen ausgestattet werden sollen, sei laut SPD noch offen. Im Falle der Finanzierung über Dritte sei es aber im Zweifel möglich, noch mehr Ampeln umzurüsten.

Von Seiten der Stadt hieß es zu dem Antrag, dass man diesen erst einmal inhaltlich prüfen wolle. Angaben zu möglichen Kosten machte die Stadt nicht.

Auf der Facebook-Seite „We love Haltern am See“ sind die Reaktionen auf die Pläne der SPD vor allem eins: negativ. Die Kommentare reichen von „Geldverschwendung“ bis „es gibt doch wirklich Wichtigeres“ zu „Investiert das Geld doch lieber in vernünftige Spielplätze...“. Nur vereinzelt sind positive Reaktionen wie „witzige Idee“ oder „Ich find‘s gut“ zu lesen.

Das sagen die Halterner Parteien zu dem SPD-Antrag

CDU: „Ich halte das grundsätzlich für keine gute Idee, weil es in dem Sinne keinen wirtklichen Mehrwert hat und es gibt andere Themen, denen man sich eher widmen könnte. Außerdem bedeutet es an der Stelle eine Menge Aufwand, die Ampeln umzurüsten. Ich persönlich finde es nicht gut, wenn jede Stadt sich im Straßenverkehr indiduell verwirklicht“, sagt Hendrik Griesbach. Am kommenden Montag soll der Antrag in der nächsten Fraktionssitzung besprochen werden soll.

WGH: „Gegen die Ampelmännchen mit Grubenlampe bin ich, weil für mich Haltern keine Bergbaustadt ist. Deshalb haben die Ampelmännchen mit den Grubenlampen nichts in Haltern zu suchen. Bei den Römern würde ich das anders sehen, aber da muss man schauen, wie sich das finanzieren lässt. Es kann nicht aus städtischen Hausahltsmitteln finanziert werden“, sagt Ludwig Deitermann, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Haltern.

FDP: „Ich frage mich gerade, welchen positiven Bezug Haltern am See zum Bergbau hat und ob es nicht positiverer Seiten der Stadt gibt wie Römer, See, Wasser und Kultur? Sollte man nicht daraus besser ein ‚Bilderportfolio‘ erstellen, welche nur im Rahmen von Sanierungen eingebaut werden dürfen?“ Dadurch würden keine Extrakosten generiert, kommentiert Dirk Klaus von der FDP auf Facebook.

Grüne: „Wir haben den Antrag noch nicht gesehen, wir müssen den Antrag erst einmal diskutieren“, sagt Maaike Thomas, Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen im Halterner Stadtrat. Schließlich komme es auch auf die Kosten und den Aufwand an. „Was wir in dem Zusammenhang diskutieren würden, ist, dass etwa die Ampelphasen an der Volksbank zum Park und l an der Muttergottesstiege an der Weseler Straße zu kurz sind.“

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