Spielen bringt Stadt rund 60.000 Euro Steuereinnahmen

Dritte Spielhalle beantragt

70 Spielgeräte standen Anfang Oktober insgesamt in den zwei Spielhallen und 92 Gaststätten, Cafes und Eisdielen Halterns – 61 Automaten und neun Flipper, Dart und andere Geräte, mit denen kein Geld zu gewinnen ist.

HALTERN

von Von Elke Rüdiger

, 30.10.2011, 12:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beliebte Beschäftigung, auch in Haltern: Das Spielen an Automaten.

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Zurzeit gibt es zwei Spielhallen, eine am Gantepoth und eine an der Muttergottesstiege. 2008 verbuchte Haltern 80 000 Euro Steuereinnahmen, 2010 sank der Betrag auf 70 000 Euro. In diesem Jahr rechnet die Stadt mit etwa 60 000 Euro. Wenn die Einnahmen sinken, bedeutet das aber nicht unbedingt, dass weniger gespielt wird. Wenn früher pauschal nach Gerät abgerechnet wurde, zählt heute, nach Gesetzesänderung, der Gewinn. Für eine dritte Spielhalle auf dem ehemaligen Old Daddy-Gelände an der Recklinghäuser Straße hat Investor Michael Hiesgen bereits einen Bauantrag gestellt, bestätigt Bockey. Hiesgen plane eine Spielhalle „Casino World“ mit Öffnungszeiten von voraussichtlich 8 bis 1 Uhr an, sieben Tage in der Woche. Sein Konzept sei kein Diskussionspunkt beim Bauantrag, sondern komme bei der Vergabe von Konzession und Spielerlaubnis zum Tragen. Bisher, so Bockey, gebe es in Haltern keine Gewalt verherrlichenden Spiele, ob sich das ändert, sei Hiesgens Entscheidung. Mit regelmäßigen Kontrollen würden Ordnungsamtsmitarbeiter das Einhalten gesetzlicher Bestimmungen überprüfen. Sie besuchen Fortbildungen, um eventuelle Unregelmäßigkeiten aufzudecken.

  Ob und inwieweit die neue Spielhalle letztlich das Suchtpotenzial hebe, Spielsüchtige in die Enge treibe und weitere Menschen gefährde, könne nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. erklärt Bockey, auf Moral und Sorgfaltspflicht der Stadt angesprochen. Die Diskussionen über Suchtrisiko, Sinn und Unsinn von Zockerbuden, die Gefahr, die Süchtigenzahl (von 40 000 in NRW) weiter zu steigern, laufen ins Leere: Das Gelände fällt im Bebauungsplan unter "Diskothek und Spielbetrieb" und erlaubt hier eine Spielhalle. Die Stadt, so Bockey, hätte pauschal gesehen keine Berechtigung, den vorliegenden Antrag abzulehnen.

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