Unterwegs auf dem RVR-Mountainbike-Trail am Dachsberg in Flaesheim. © Guido Bludau
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Sportliches Naturerlebnis: Auf dem Mountainbike durch die Haard

Die Haard im nördlichen Ruhrgebiet ist besonders seit diesem Jahr ein beliebter Anziehungspunkt für Mountainbiker. Auf einer neuen Strecke kommen Einsteiger und Profis auf ihre Kosten.

Seit Beginn der Corona-Pandemie zieht es die Menschen wieder mehr nach draußen, in den Wald – zum Beispiel in die Haard. Die über 5000 Hektar große Waldfläche im nördlichen Ruhrgebiet verspricht seit diesem Jahr ein neues Landschaftserlebnis auf 42 Kilometern, extra für Mountainbiker. „Haard on Tour“ nennt der Regionalverband Ruhr (RVR) seinen neuen Rundkurs – der sogar Mointainbike-Profis noch überraschen kann.

Waldparkplätze als Einstiegspunkte:

  • Römerweg 54: Herzogsweg, 45721 Haltern am See
  • Dachsberg 40: Zum Dachsberg, 45721 Haltern am See
  • Katenkreuz 50: In den Wellen 30A, 45711 Datteln
  • Mutter Wehner 55: Haardstraße 196/198, 45739 Oer-Erkenschwick
  • Haardgrenzweg 57: Haardgrenzweg 200, 45739 Oer-Erkenschwick
  • Forsthaus Haidberg 58: Halterner Str. 294, 45770 Marl

Markus Schulte-Lünzum ist ein erfolgreicher Mountainbike-SSportliches Naturerlebnis: Auf dem Mountainbike durch die Haardportler aus Haltern am See. Mittlerweile hat er seine Karriere beendet, doch in der Freizeit fährt er mit dem Mountainbike noch gerne durch die Wälder rund um seine Heimatstadt. „Ich dachte, ich kenne mich bestens aus in der Haard, aber durch die neue Strecke habe ich wirklich nochmal neue Wege entdeckt“, sagt der 29-jährige Halterner.

Los geht es beispielsweise am Wanderparkplatz Dachsberg

Von insgesamt sieben Einstiegsplätzen ist der Rundkurs aus Haltern, Datteln, Marl und Oer-Erkenschwick zu erreichen. Ein möglicher Ausgangspunkt für Mountainbiker, die mit dem Auto anreisen, ist der Wanderparkplatz Dachsberg in Flaesheim ganz im Norden der Strecke. „Wer aus Haltern direkt mit dem Rad losfährt, kann auch gut am Forsthof an der Recklinghäuser Straße einsteigen“, empfiehlt Schulte-Lünzum.

Der Halterner Markus Schulte-Lünzum ist ehemaliger deutscher Meister im Mountainbiken.
Der Halterner Markus Schulte-Lünzum ist ehemaliger deutscher Meister im Mountainbiken. Mittlerweile hat er seine Karriere beendet, ist mit dem Mountainbike aber immer noch gerne in der Haard unterwegs. © Marcelo Rypl © Marcelo Rypl

Die Kombination von unterschiedlichen, meist sehr naturnahen Wegen überzeugt ihn: „Es ist sehr abwechslungsreich gestaltet.“ So sei die „Jedermanns-Strecke“ trotzdem auch für Fortgeschrittene zum Training geeignet, sagt der ehemalige Deutsche Meister. „Wer besser trainiert ist, kann dann etwas schneller fahren.“

„Naturerlebnis steht im Vordergrund“

Teilstrecken auf losem Grund, mit Ästen oder Steinen erhöhten zwischendurch das Niveau, grundsätzlich sei die Strecke aber familienfreundlich und für Einsteiger geeignet, bestätigt Dirk Spiller, der Projektleiter von „Haard on Tour“. „Die Strecke ist nicht schwer, aber ereignisreich.“

Wem es an den Hügeln in der Haard bei insgesamt 500 Höhenmetern dann doch mal zu schwer wird, solle lieber ehrlich sein und kurz absteigen. Außerdem muss nicht die ganze 42-Kilometer Route am Stück gefahren werden: Abkürzungen ermöglichen kleinere Touren.

Karte der neuen Mountainbike-Strecke durch die Haard: Rot ist der Rundkurs, gelb die Abkürzungswege und blau die Zugänge zum Rundkurs.
Karte der neuen Mountainbike-Strecke durch die Haard: Rot ist der Rundkurs, gelb die Abkürzungswege und blau die Zugänge zum Rundkurs. © RVR © RVR

Spiller betont: „Das Naturerlebnis steht bei der Strecke im Vordergrund.“ Es gebe tolle Aussichten in schönen Waldabschnitten. „Wer Downhill und richtig Speed will, ist hier falsch“, sagt er. Da momentan Bikeparks für diese Art des Sports aber geschlossen sind, habe es in der Vergangenheit immer häufiger Beschwerden von Spaziergängern gegeben, die sich über rücksichtsloses Verhalten der Mountainbiker ärgerten.

Der Hintergrund:

Die Mountainbike-Strecke „Haard on Tour“ gehört zum Waldband-Projekt „Naturverträgliche Tourismusentwicklung der Haard“ des Regionalverbandes Ruhr (RVR), das durch Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Nordrhein Westfalen finanziert wird und Nachhaltigkeit im Regionaltourismus umsetzen soll. Weitere Informationen gibt es auf der Seite des RVR.

Holger Böse hat als Fachbereichsleiter beim RVR die Entstehung des Mountainbike-Rundkurses betreut und macht darauf aufmerksam, dass unbedingt auf andere Waldbesucher zu Fuß oder zu Pferd Rücksicht genommen werden müsse. „Gerade an Knotenpunkten kann es passieren, dass sich die Wege mal kreuzen und sich das dort verdichtet“, sagt Böse. Man wolle nun zusätzliche Schilder anbringen, um vor sensiblen Kreuzungspunkten zu warnen.

Einfache Orientierung durch Beschilderung

Grundsätzlich sei die Route bereits so ausgeschildert, dass Radfahrer sich leicht orientieren könnten. Gefahren wird auf der Mountainbikestrecke ausschließlich gegen den Uhrzeigersinn. Da Wegweiser draußen schnell abhandenkommen könnten, empfiehlt der RVR, trotzdem eine gute Karte oder ein digitales Navi mitzunehmen.

Die Haard ist ein über 5000 Hektar großes, hügeliges Waldgebiet im Norden des Ruhrgebiets.
Die Haard ist ein über 5000 Hektar großes, hügeliges Waldgebiet im Norden des Ruhrgebiets. © Kevin Kindel © Kevin Kindel

„Mittlerweile sieht man die Fahrspuren auch schon, sodass man die Wege recht intuitiv abfahren kann“, meint der Halterner Markus Schulte-Lünzum, der die Route schon mehrfach gefahren ist. „Das Tolle ist, dass die Strecke die schönsten Wege und Ecken in der Haard verbindet und sie auch denjenigen zugänglich macht, die sich hier noch nicht so gut auskennen.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dortmund, komme aber immer wieder gerne zurück nach Haltern am See. Zum Beispiel, um dort für die Lokalredaktion Haltern unterwegs zu sein und so meine Heimatstadt und ihre Menschen jedes Mal noch ein bisschen besser kennenzulernen.
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Pia Stenner

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