Stabile Seitenlage kinderleicht

Haltern Sie konnten sich bislang nie merken, wie man einen Bewusstlosen in die stabile Seitenlage bringt? Dann aufgepasst! Denn die neuen Vorgaben für lebensrettende Sofortmaßnahmen vereinfachen diese Übung deutlich.

03.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit weniger Handgriffen und Kraftaufwand als bisher können Bewusstlose, deren Herz-Kreislauf-System noch intakt ist, dank der neuen Methode kinderleicht in eine Position gebracht werden, die die Atemwege frei hält. Nicole Konrad, Ausbildungsleiterin beim Deutschen Roten Kreuz in Haltern, zeigt, wie die simpel zu erlernende Technik funktioniert.

Regungslos und leichenblass geschminkt liegt Unfallopfer-Darstellerin Sandra Deitermann im DRK-Schulungsraum auf der Rettungsfolie. Obligatorisch kontrolliert Nicole Konrad die Atmung, indem sie sich mit ihrer Wange über Mund und Nase der Patientin beugt und zugleich beobachtet, ob sich deren Brustkorb hebt und senkt. Denn wenn der Bewusstlose nicht atme und sein Herz still stehe, sei ihm mit der stabilen Seitenlage nicht geholfen, so die Expertin. Dann muss in der Regel sofort ein Defibrilator her, um mit kontrollierten Stromstößen den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Ein solches Gerät hat der Notarzt im Gepäck. Bis der eintrifft, muss der Patient mit Herzmassagen und künstlicher Beatmung am Leben gehalten werden.

Mimin Sandra atmet noch - Nicole Konrad kann sie also in die Seitenlage bringen. Sie kniet sich seitlich neben Sandra und beugt deren nahen Arm im rechten Winkel zum Körper der Betroffenen. Den fernen Arm legt sie über deren Brust. Das ferne Bein winkelt sie an und zieht die Patientin zu sich herüber. Dann überstreckt sie Sandras Kopf, öffnet leicht deren Mund und stabilisiert den Kopf mit dem wangennahen Handrücken. Fertig!

"Selbst wenn ein Patient in dieser Position unkontrolliert erbricht, kann er nicht ersticken", erläutert Nicole Konrad den Sinn der stabilen Seitenlage.

Wie wichtig grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse sind, verdeutlicht die Ausbilderin mit einer statistischen Zahl: "Jeder Vierte kommt einmal im Leben in die Situation, Erste Hilfe leisten zu müssen." Christoph Walter

Lesen Sie jetzt