Thomas Gerlach (vorn) stellte den Sachstandsbericht zur Digitalisierung in der Verwaltung vor. © Silvia Wiethoff
Digitalisierung

Stadt Haltern: Großes Interesse der Mitarbeiter an Homeoffice-Plätzen

Homeoffice und digitale Aktenführung sind Kennzeichen einer modernen Verwaltung. Die Stadt Haltern informierte über ihre Fortschritte bei der Digitalisierung.

Homeoffice von städtischen Mitarbeitern, digitale Kommunikation mit den Bürgern und die Möglichkeiten, online die Politik in der Stadt zu verfolgen, beschäftigten am Dienstag (15. Dezember) den Haupt- und Finanzausschuss. Auf Antrag der FDP-Fraktion informierte die Verwaltung über den Stand der Digitalisierung.

Homeoffice ist beispielsweise bei der Stadt seit 2017 ein Thema und stieß auf ein so großes Interesse, dass das Angebot „grundsätzlich auf Bedienstete reduziert (wurde), die Kinder oder Pflegebedürftige betreuen, zum Arbeitsplatz pendeln müssen oder bei denen gesundheitliche Einschränkungen vorliegen.“ Anfang 2020 gab es 15 Vereinbarungen mit Mitarbeitern über Homeoffice.

Schon einige Jahre können Verwaltungsleistungen wie Hunde-An- und Abmeldungen oder Sperrmülltermine online vereinbart werden. Aktuelle Beispiele sind laut Stadt das Verfahren „Online-Knöllchen“, über welches Verwarngelder eingesehen werden können, oder das Kita-Portal mit dem zentralen Anmeldeverfahren.

Erfolg mit neuer Finanzsoftware

Auch bei der elektronischen Aktenführung seien Fortschritte gemacht worden, wobei eine neue Finanzsoftware eine wichtige Rolle gespielt habe. Weitere digitale Dienstleistungen werden in Zusammenarbeit mit regionalen Einrichtungen, dem Kreis Recklinghausen und weiteren Städten entwickelt.

Die Corona-Pandemie und die erforderliche Reduzierung sozialer Kontakte hat die Digitalisierung dann auch in der Stadtverwaltung beschleunigt. Bestehende Bedenken hätten einfach zurückgestellt werden müssen, so die Stadt. So es möglich ist, können zurzeit alle interessierten Kräfte von zu Hause aus arbeiten. So entstanden 30 zusätzliche temporäre Homeoffice-Arbeitsplätze.

Dafür wurden mit zusätzlichen Laptops und Zugangsdaten für den Terminalserver auch die technischen Voraussetzungen geschaffen. Dazu gehören auch ein Portal zur Terminreservierung im Bürgerbüro und Systeme zum bargeldlosen Zahlungsverkehr auf dem Wertstoffhof. Zum Teil hätten durch den Ausbau der digitalen Technik Prozesse verkürzt werden können, da Sachbearbeiter parallel Zugriff auf Vorgänge hätten.

Digitales Arbeiten ist „kein Allheilmittel“

Es sei die Herausforderung der nächsten Jahre, die Digitalisierung in den Arbeitsbereichen, auch an der Schnittstelle zwischen Bürgern und Stadt, voranzutreiben. Die Verwaltung weist aber in ihrem Bericht darauf hin, dass die Digitalisierung nicht in allen Arbeitsbereichen „ein Allheilmittel“ darstelle. Sie könne den persönlichen Kontakt zu den Bürgern nicht gänzlich ersetzen.

In naher Zukunft werden vermutlich noch keine politischen Sitzungen live gestreamt. Hier gibt es vor allem Hindernisse wegen des Datenschutzes und der entstehenden Kosten. Außerdem zeigen wohl bisherige Erfahrungen, dass der Aufwand mit wenig Resonanz belohnt wird.

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Silvia Wiethoff

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