Stadt Haltern will hinter dem Görtzhof Platz für Gewerbe schaffen

mlzNeues Gewerbegebiet

Zum Windpark Musendille gesellt sich ein Gewerbepark Musendille. Stadtauswärts, auf einer zwölf Hektar großen Fläche seitlich der Münsterstraße, will die Stadt Betrieben Bauplätze anbieten.

Haltern

, 15.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Stadt braucht dringend neue Gewerbeflächen, die sie Unternehmen auf dem Immobilienmarkt anbieten kann. In den bestehenden Gewerbegebieten gibt es allenfalls noch Baulücken. Deshalb wird jetzt das zwölf Hektar große Gebiet zwischen Reitanlage Görtzhof und den Windrädern entwickelt. Der Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt hat einstimmig beschlossen, dafür einen Bebauungsplan aufzustellen. 60 Prozent der Flächen gehören der Stadt, mit zwei Grundbesitzern laufen noch Verkaufs-Verhandlungen.

Der Bereich an der Münsterstraße ist sowohl im Regionalplan als auch im Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche dargestellt. Das erleichtert nun die Planung. Eine Weiterentwicklung der Gewerbegebiete Prozessionsweg und Brinkwiese auf der gegenüberliegenden Seite kam für die Stadt nicht infrage. Dann hätte hochwertiger Freiraum geopfert werden müssen, so die Bauverwaltung.

Erweiterung der anderen Gewerbegebiete nicht möglich

Und auch eine Erweiterung des Gewerbegebietes Süd (Recklinghäuser Straße) steht nicht zur Diskussion. Die Lippe und das dortige FFH-Gebiet bilden eine natürliche Grenze. FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) dienen.

Jetzt lesen

Die Verwaltung will nun nach dem einstimmigen Beschluss der Politik eine Nutzungs- und Erschließungskonzeption erarbeiten. Danach gibt es die Möglichkeit für Behörden und Bürger, Stellung zu dem Vorhaben zu beziehen.

Wohnungsbau soll in der Musendille eingedämmt werden

Die Politik begrüßt die Ausweisung neuer Gewerbeflächen. Doch zwei Dinge sind ihr wichtig. Erstens sollen die Gewerbeflächen von multifunktionalen Frei- und Grünflächen umrandet werden. Zweitens soll mit Genehmigungen für Wohnhäuser (gern als Betriebsleiterwohnungen bezeichnet) im Gegensatz zum Prozessionsweg und zur Brinkwiese zurückhaltender umgegangen werden.

Jetzt lesen

Die Nähe zu den Windrädern spielt in dem Verfahren keine Rolle. „Wir bezeichnen es als unschädlich, wenn Gewerbe näher an die Anlagen heranrückt“, sagt Baudezernent Siegfried Schweigmann. Zusagen zum Satzungsbeschluss und damit Baubeginn kann er noch nicht geben.

Lesen Sie jetzt