Wilde Müllkippen - wie hier im Jahr 2018 in Haltern - können richtig teuer werden. © Eva-Maria Spiller
Illegale Müllentsorgung

Stadt macht immer mehr wilde Müllkippen in Haltern aus

Die Stadtverwaltung beobachtet eine Zunahme wilder Müllkippen. Die Entsorgung des illegal abgelegten Mülls ist teuer. Wird der Verursacher enttarnt, fällt die Strafe allerdings noch höher aus.

Wilde Müllkippen sind ein Problem – auch in Haltern. „Die Müllmenge und die Kosten für die Entsorgung sind hier im letzten und im vorletzten Jahr gestiegen“, teilte Halterns Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage der Halterner Zeitung mit. Auch andere Städte Nordrhein-Westfalens kennen dieses Problem.

Die Stadt Leverkusen etwa registrierte 2020 bei wilden Müllablagerungen eine Steigerung um 70 Prozent im Vergleich zu 2019. In Remscheid mussten bis Ende Oktober 82 Tonnen mehr Abfälle bei der Beseitigung wilder Kippen entsorgt werden, wie die Rheinische Post berichtet.

Die Kommunen führen das vor allem auf die Corona-Pandemie zurück. Im vergangenen Jahr wurde wahrscheinlich so viel ausgemistet wie selten zuvor, Wertstoffhöfe waren zeitweise geschlossen.

Stadtsprecher Georg Bockey möchte die wachsende Müllproblematik Halterns aber nicht allein auf die Corona-Pandemie zurückführen. Schließlich habe es auch bereits 2019 eine Zunahme der wilden Müllkippen gegeben – also weit vor der Pandemie. „Eine genaue Ursache ist daher nicht eindeutig erkennbar.“

Doch was sind wilde Müllkippen überhaupt? Der Stadtsprecher nennt Beispiele: „Da wird zum Beispiel ein Karton mit altem Porzellan oder ein Kanister Altöl einfach neben einem Glascontainer abgestellt.“ Genauso wird „ein Sack Hausmüll in oder neben einem Straßenabfalleimer“ als wilde Müllkippe bezeichnet. Manchmal werde aber auch „ein ruhiger Waldweg als Mülldeponie missbraucht“ oder alte Reifen würden am Wegesrand entsorgt, sagt Bockey.

Manchmal auch unappetitliche Funde dabei

„Wilde Kippen, mal größere, mal kleinere, finden sich leider überall im Stadtgebiet“, erklärt er weiter. Meistens seien sie auf Parkplätzen mit unübersichtlichen Ecken wie Sträuchern oder viel Gebüsch zu finden.

Genauso auch neben oder in der Nähe von Glas- oder Altkleidercontainern, neben öffentlichen Straßenabfalleimern oder im Wald. Manchmal sind auch unappetitliche wilde Müllkippen dabei, wie im März 2020, als eine große Tüte mit stinkenden Fleischabfällen am Breitenweg lag.

Wer eine wilde Müllkippe findet, kann diese über den Mängelmelder der Stadt Haltern mitteilen.

Wilde Müllkippen sind oft auch umweltschädlich. Der Steuerzahler muss für die Beseitigung aufkommen. Wird dagegen der Verursacher auf frischer Tat ertappt, kann es ihn bis zu 50.000 Euro kosten. Der Betrag sei extra hoch gewählt, sagt der Stadtsprecher. „Der mögliche Bußgeldrahmen soll abschreckende Wirkung haben.“ Oft komme es aber nicht vor, dass jemand auf frischer Tat ertappt wird. Es gebe aber immer wieder aufmerksame Bürger, die Verursacher melden. „So gibt es schon mal Bußgelder in Höhe von 500 oder auch 1000 Euro.“

Im vergangenen Jahr entstanden der Stadt Haltern für die Beseitigung und Entsorgung wilder Müllkippen – Garten- und Parkabfälle, Hausmüll, Altpapier oder Altreifen – Kosten in Höhe von insgesamt 19.987,31 Euro.

Hinzu kamen 460 Euro Kosten durch Fremdfirmen, beispielsweise für die fachgerechte Entsorgung größerer Mengen Altreifen. Das macht rund 20.500 Euro im Jahr 2020.

Im Vorjahr hatte sich der entsprechende Wert noch auf 14.600 Euro belaufen, 2018 waren es 11.100 Euro. Dagegen waren 2017 mit 17.400 Euro ebenfalls sehr hohe Kosten entstanden.

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Niklas Berkel

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