Das Bundeseisenbahnvermögen, Dienststelle West, bietet das Grundstück samt ETuS-Halle zum Kauf an. © Schrief
Bahn-Eigentum

Stadt und Sportler überrascht: ETuS-Halle und Grundstück werden verkauft

Das Bundeseisenbahnvermögen bietet die ETuS-Sporthalle an der August-Stieren-Straße samt Grundstück zum Kauf an. Bis zum 4. Dezember werden Gebote in Essen angenommen.

Manch ein Halterner rieb sich verwundert die Augen, als er am 21. November im Immobilienmarkt der Halterner Zeitung auf eine Anzeige des Bundeseisenbahnvermögen stieß. Die Dienststelle West bietet darin das 2828 Quadratmeter große Grundstück samt ETuS-Sporthalle an der August-Stieren-Straße zum Verkauf an. Die Preisvorstellung liegt bei 120.000 Euro. Schriftliche Gebote können bis zum 4. Dezember abgegeben werden.

Das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) ist 1994 im Zuge der Bahnreform entstanden. Es kümmert sich unter anderem um die Verwaltung und Verwertung nicht bahnnotwendiger Liegenschaften.

ETuS baute die Halle mit Unterstützung der Stadt

Dazu gehört – wie der ETuS überraschend erfuhr – das Grundstück an der August-Stieren-Straße. 1968 baute der Eisenbahner-Turn- und Sportverein (ETuS) auf dem Areal der Deutschen Bundesbahn eine vereinseigene Sporthalle und schloss mit dem Grundstückseigentümer einen Pachtvertrag. Die Stadt steuerte 70.000 DM zum Bau hinzu.

Die Stadt kann aufgrund der Beteiligung an der Finanzierung über Hallenzeiten für den Schul- und zum Teil Vereinssport verfügen. Sie sei deshalb für den gesamten Schul- und Vereinssport in Haltern nicht weniger bedeutsam als vergleichbare städtische Hallen, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Appell an Bürgermeister, Ansage der Stadt

Die SPD-Fraktion hat nach Bekanntwerden der Verkaufsabsichten eine Anfrage an Bürgermeister Andreas Stegemann geschickt. Sie bittet darin um eine Stellungnahme zum beabsichtigten Verkauf „dieser für den Halterner Sport wichtigen Immobilie“. Sie erwarte von Bürgermeister Stegemann, dass er alles ihm Mögliche tue, um den Zugriff eines Investors auf diese Sportstätte zu verhindern, schreiben Beate Pliete und Heinrich Wiengarten.

„Die Stadt hat ein starkes Interesse daran, die Turnhalle und damit die Sportmöglichkeiten langfristig zu erhalten. Deshalb wird die Stadt ein Angebot unterbreiten“, teilte Bürgermeister Andreas Stegemann auf Nachfrage mit. Die Fläche ist Teil des Bebauungsplanes „An der Conzeallee“, das Grundstück mit der Sporthalle ist als „Fläche für den Gemeinbedarf“ ausgezeichnet. Ohne Änderung des Bebauungsplanes könne dort keine Wohnbebauung realisiert werden, betonte Stegemann. „Und die Stadt hat sicherlich nicht die Absicht, auf den Wunsch eines potenziellen Investors hin, den Bebauungsplan zu ändern“, so der Bürgermeister. Vor diesem Hintergrund dürfe das Interesse von Investoren nicht besonders groß sein.

ETuS ist kein anerkannter Eisenbahner-Sportverein mehr

Das Bundeseisenbahnvermögen erklärt gegenüber der Halterner Zeitung, warum es sich zum Verkauf entschlossen hat. „Der Sportverein erfüllt seit 2008 nicht mehr die Kriterien zur Förderung durch das Bundeseisenbahnvermögen als anerkannter Eisenbahner-Sportverein“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens aus der Hauptverwaltung Bonn. Ein exklusiver Verkauf an den ETuS oder die Stadt Haltern sei aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht möglich.

Mit der Stadt Haltern sei allerdings besprochen, dass sie sich an dem Bieterverfahren beteilige. „Der Stadt wird der Einstieg ins beste Gebot ermöglicht, sollte die Stadt nicht selbst Bestbietende sein“, so der Sprecher der Hauptverwaltung.

Halle ist wichtig für den ETUS

Turner waren damals die ersten Sportler, die in der ETuS-Halle ihre Trainingseinheiten absolvierten. „Die Fertigstellung der Halle war mitentscheidend für die in den folgenden Jahren einsetzende Aufwärtsentwicklung für verschiedene Abteilungen, unter anderem die Faustball- und die Indiacaabteilung des Vereins“, schreibt der ETuS auf seiner Internetseite.

Hier wird auch Fußball gespielt, vor allem die Junioren- und Altherrenspieler haben im Winter in der Halle ihr Trainingsquartier.

Früher einmal wurden in der Halle auch jeweils vor Rosenmontag tolle Karnevalspartys gefeiert, um damit Einnahmen zu generieren.

Die Halle in Ordnung zu halten, ist eine Kraftanstrengung für den ETuS. Zuletzt, 2013 und 2014, sanierten Vereinsmitglieder die Umkleidekabinen und Duschräume.

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Elisabeth Schrief

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