Stadt will mit dem Grafen von Westerholt sprechen

Friedwald im Sythener Forst?

In Haltern gibt es sechs konfessionelle und vier städtische Friedhöfe, aber keinen Bestattungswald. Das möchte die SPD ändern und stellte deshalb einen Antrag, einen sogenannten Friedwald einzurichten. „Haltern besteht zu 40 Prozent aus Wald, warum soll das nicht möglich sein?

HALTERN

, 18.02.2016, 17:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Bild aus einem Friedwald: Die Tafel mit den Namen der Bestatteten hängt an dem betreffenden Baum.

Ein Bild aus einem Friedwald: Die Tafel mit den Namen der Bestatteten hängt an dem betreffenden Baum.

Das fragte Heinrich Wiengarten (SPD) im Rathaus in die Politikerrunde. Nichts verfügbar, sagt die Stadt. Aber immerhin: Die Verwaltung nimmt Kontakt mit Graf Carlo von Westerholt auf, um zu klären, ob dessen Sythener Forst als Bestattungswald in Frage kommen könnte.

Bestattung im Löwenpark

Hintergrund: Der Graf von Westerholt eröffnete 2015 in Kooperation mit der Stadt Herten im ehemaligen 200 Hektar großen Löwenpark den ersten Bestattungswald des Ruhrgebiets. „Er wäre für uns ein solider Partner mit 800-jähriger Familiengeschichte“, erklärte dazu Baubetriebshofleiter Gerd Becker. Der Friedhofs-Gebührenhaushalt dürfe aber nicht zusätzlich belastet werden.

Mit diesem Vorschlag konnte sich die SPD anfreunden. „Das ist sicherlich kein leichtfertiger Antrag, es gibt durchaus Bedarf“, verteidigte Wiengarten das Anliegen der SPD. Franz Tönnis (CDU) warf ihm allerdings vor, seine Partei wolle einem Trend zum Erfolg verhelfen.

Urnengräber an Bäumen

Die Stadt hatte vorab, so berichtete Gerd Becker, im eigenen Forst eine zehn Hektar große Mischwaldfläche für die Einrichtung eines Bestattungswaldes gesucht. „Es käme nur der Sundern in Betracht“, so Becker. Weil der aber als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, wäre das Projekt nur mit erheblichen Einschränkungen zu realisieren. Die Stadt hat außerdem Bedenken, wenn ein privater Anbieter die Bestattungen im Wald verkauft. Im Falle einer Insolvenz müsste die Kommune alle Rechte und Pflichten übernehmen.

Becker wies darauf hin, dass die Stadt seit dem 1. Januar immerhin eine naturnahe Bestattung in Urnenbaumgräbern auf ihren Friedhöfen anbietet. 

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