Stechfreudige Mücken sind unterwegs

Kreis warnt

Das schöne Frühlingswetter hat für Landwirte nicht nur angenehme Seiten: Der Kreis Recklinghausen warnt nun vor dem massenhaften Auftreten von Kriebelmücken.

HALTERN

von Von Berthold Fehmer

, 04.04.2011, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
andwirte sollen ihre Kühe auf den Weiden beobachten. Denn laut Kreis sind derzeit die Kriebelmücken wieder unterwegs, die bereits einige Schäden verursacht haben.

andwirte sollen ihre Kühe auf den Weiden beobachten. Denn laut Kreis sind derzeit die Kriebelmücken wieder unterwegs, die bereits einige Schäden verursacht haben.

In der Vergangenheit haben die Kriebelmücken in Haltern bereits einige Schäden angerichtet. So verendeten 1987 in Flaesheim zehn Rinder auf einer Lippe-Wiese, selbst der Sohn des Bauern hatte sich nur knapp vor einem Schwarm Mücken in Sicherheit bringen können. Stechlustig Wenn es nach einer Schlechtwetter-Periode plötzlich wesentlich wärmer wird und damit auch die Luftfeuchtigkeit ansteigt, machen sich die Kriebelmücken auf den Weg und sind besonders stechlustig. An schwül-warmen Tagen fliegen sie besonders gegen Nachmittag und Abend in Schwärmen aus. Dabei bevorzugen sie laut Manz windabgeschirmte Weiden mit Busch- und Baumbestand an fließenden Gewässern, machen aber auch vor Gehöften nicht Halt. Der Kreis ruft die Landwirte auf, ihr weidendes Vieh zu beobachten. Anzeichen für einen Kriebelmückenbefall können sein, wenn Tiere stark beunruhigt erscheinen oder sich plötzlich niederlegen. Oft kommen die Tiere auch zu Schaden, wenn sie vor den Mücken flüchten. Immunisiert Landwirt Georg Dammann aus Bergbossendorf sieht zumindest für seinen Betrieb jedoch keinen Grund zur Beunruhigung. Bei ihm bleibe das Vieh relativ lange im Stall, komme erst später auf die Weiden an der Lippe. „Da unsere Ställe recht nah am Wasser stehen, kommen dort auch einige Mücken hinein. Wenn das Vieh dann vereinzelt gestochen wird, kann es eine Immunität gegen das Gift aufbauen.“

Im Handel seien auch Präparate erhältlich, die die Kriebelmücken abwehrten – er setze davon jedoch keins ein. Ebenso wie Hubertus Koch, der in zwei bis drei Wochen seine Kühe auf die Weiden an der Lippe lassen will. Im eigenen Betrieb habe er noch keine Schäden durch Kriebelmücken verzeichnet, bei einem Nachbarn seien aber vor Jahren bereits Tiere verendet. „Bei denen waren der Kopf und die Augen ganz angeschwollen.“ Die Empfehlung des Kreises, das Vieh zu beobachten, empfindet Koch als wenig praxisgerecht. „Man kann sich doch nicht die ganze Zeit dahinter stellen.“

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