Streifzug in die Geschichte

Hullern Ein wahres Kunst-Bonbon hat die Pfarrgemeinde St. Andreas den Denkmalfreunden zu bieten. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag (9.) stehen historische Sakralbauten im Mittelpunkt.

06.09.2007, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Pfarrkirche wird zur Besichtigung in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Kirchenvorstandsmitglieder stehen Interessierten für einen Streifzug in die (Kunst-) Geschichte und für Führungen zur Verfügung.

Was Hullerner Besuchern im Vorübergehen verborgen bleibt, ist das wundervolle Innenleben der "Dorfkathedrale", wie die Pfarrkirche auch genannt wird. Sie ist ein Musterbeispiel neugotischer Kirchenkunst mit einem intakten Innenleben - ein Prunkstück, dem Chorgestühl, Predigtkanzel und Taufbecken aus der Jahrhundertwende erhalten blieb.

600 000 Steine verbaut

Beim Betreten der Kirche fallen dem Besucher gleich die kunstvoll gemalten Fenster in ausdrucksstarken Farben auf. Beeindruckend sind ebenfalls die wertvollen Bilder von Jan Baegert, die die Geburt und Geißelung Jesu darstellen. Sie stammen noch aus der alten Kirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Die heutige Kirche entstand zwischen 1885 bis 1887. Baumeister war Bernhard Rinklage. 600 000 Steine wurden für ihren Bau über die Lippe transportiert; umgerechnet flossen Gelder in Höhe von heute umgerechnet 36 000 Euro. Die Weihefeier war am 21. September 1897. Nach einer aufwändigen Restaurierung schimmert der Hochaltar aus dem 15. Jahrhundert nun wieder in seinen original-matten Goldtönen. Im Gesprenge sind zwölf spätgotische Figuren (Jesus und Apostel). Über die Herkunft der Hullerner Figuren ist wenig bekannt. Nach Meinung der Experten, so ist im Buch "700 Jahre Pfarrei St. Andreas Hullern" nachzulesen, dürften die Figuren aber wohl in der Predella eines Schnitzaltares gestanden haben. Die Werkstattarbeiten werden um 1525 angesetzt.

Neben einer Kreuzigungsgruppe aus dem 16. Jahrhundert, einem noch 200 Jahre älteren Kreuz in der Sakristei sowie einer Marienfigur aus dem 19. Jahrhundert, befindet sich in der Kirche die viertälteste Glocke NRW`s, 1430 lautet die Inschrift. Die zweite Glocke trägt die Jahreszahl 1777. el

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