Stroh- und Heu-Preise sind stark gestiegen

Schlechte Ernte

Der misserable Sommer hat der Ernte in vielen Sektoren geschadet. Auch bei Getreide und Heu war die Ausbeute mager. Das widerum heißt: höhere Kosten für Viehzüchter und Pferdehalter.

HALTERN

von Von Elke Rüdiger

, 13.10.2011, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Georg und Rita Stockhofe beim Strohaufladen; da sie selbst anbauen, haben sie weniger Probleme. Heu-Silage haben sie ausreichend anlegen können, und was an Stroh oder Heu fehlt, bekommen sie vom Nachbar-Bauernhof.

Georg und Rita Stockhofe beim Strohaufladen; da sie selbst anbauen, haben sie weniger Probleme. Heu-Silage haben sie ausreichend anlegen können, und was an Stroh oder Heu fehlt, bekommen sie vom Nachbar-Bauernhof.

Stroh ist aber nur ein Teil des Problems, sagen die Reitstall- und Hofbesitzer. Auch bei Heu und Hafer kämpfen die Bauern mit hohen Einbußen. Die Knappheit wirkt sich auf die Preise aus: Ein Großballen Heu kostet heute 70 Euro, vor zwei Jahren noch 40 Euro, rechnet Gabriele Pothen vor. Das sind plus 75 Prozent. 80 Prozent Steigerung sind es sogar beim Hafer. Heute legt die „Reitanlage Hohe Mark“ 26,75 Euro für einen Doppelzentner auf den Tisch, 2009 waren es 14,80 Euro. Angezogen sind die Preise für Müsli 33,95 statt 26,55 Euro (+28 % / DZ), Silage Großballen 50 statt 32 Euro (+56 %) und Stroh Großballen 31,60 statt 22,50 Euro (+40,4 %). Außerdem sind die Kosten für die Mistentsorgung um 47,5 % gestiegen. „Wir zahlen monatlich 320 Euro statt 217 Euro vor zwei Jahren“, sagt die Stallbesitzerin. Sie bauen nur rund zwei Hektar für die Futtergrundlage an und mussten ordentlich drauflegen. Bei einer Einstellerversammlung informierten Dieter und Gabriele Pothen über die Preisentwicklung der vergangenen drei Jahre. Und darüber, dass der Monatsbetrag um 25 Euro steige. Natürlich sei niemand begeistert, aber fast alle zeigten Verständnis.

Ähnlich sieht es beim Reitstall Granat aus. „Wir werden die Mehrkosten wohl oder übel an die Pferdebesitzer weitergeben. Das wird sich bei 20 Euro einspielen“, schätzt Maria Drüing. Heu, Silage, Kraftfutter und Stroh seien um ein Drittel teurer als im Vorjahr. Sie glaubt nicht, dass ernsthaft über einen Wechsel zu einem günstigeren Reitstall nachgedacht werde. Alle Höfe und Ställe würden nachziehen. Konsequenzen, meint Maria Drüing, ziehen vermutlich die Reiter, die zwei oder mehr Pferde im Stall hätten. „Das läppert sich. Kein Wunder, wenn sie überlegen, sich von einem Tier zu trennen.“

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