Sturm holt Gift-Raupen-Nester aus den Bäumen - Stadt Haltern äußert sich zu Bekämpfung

mlzEichenprozessionsspinner

Nachdem die Stürme an vielen Stellen in Haltern Nester des Eichenprozessionsspinners auf den Boden gerissen haben, hat sich nun die Stadt zur Bekämpfung der Gift-Raupen geäußert.

Haltern

, 22.02.2020, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stürme der vergangenen Wochen haben nicht nur für Unterrichtsausfälle und Zugverspätungen gesorgt, sie haben an vielen Stellen in Haltern auch alte Nester des Eichenprozessionsspinners (EPS) auf den Boden gerissen. Dazu haben uns acht Hinweise auf heruntergefallene Nester erreicht, die wir an die Stadt Haltern weitergegeben haben.

Wie die nun auf Nachfrage mitteilte, haben Mitarbeiter am Stausee in der Nähe des Seehofes zwei Nester gefunden und entfernt. Hier hatte vergangene Woche eine Halternerin einige EPS-Nester auf dem Boden entdeckt. Auch an der Heerstraße, wo uns Leser ein Nest gemeldet hatten, hat die Stadt nachgeschaut, ist dort allerdings nicht fündig geworden.

Ein weiterer Leser fragte nach dem Konzept, das die Stadt Haltern zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erstellt habe. Und verwies auf Maßnahmen der Stadt Münster, die neben dem Absaugen von EPS-Raupen auch ein Biozid zur Bekämpfung einsetzt. Darauf könne an vielen Stellen nicht verzichtet werden. Dort heißt es, dass ein flächendeckender Schutz vor dem EPS zwar angestrebt werde, aber nicht gewährleistet werden könne.

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Die Stadt Haltern sagt dazu: „Wir haben ein Konzept, das [...] die Prioritäten setzt, z.B. Spielplätze, Kindergärten und Schulen haben Vorrang. Eine Bekämpfung mit Insektiziden wie in Münster lehnen wir nach wie vor ab, weil der Schaden an den Nützlingen viel zu groß ist, Eine vorbeugende Bekämpfung kann ohnehin nicht flächendeckend erfolgen.“

Ausgaben für die EPS-Bekämpfung haben sich fast verdreifacht

Mitarbeiter der Stadt Haltern würden immer dann aktiv, wenn es um einen Befall auf städtischer Fläche ginge, sagt Stadtsprecher Georg Bockey. Fern von priorisierten Lagen werde die Stadt nicht aktiv. Und die Stadt weist auf die 100 Nistkästen für Fressfeinde des EPS hin, die die Stadt im vergangenen Herbst an zuvor befallenen Stellen aufgehängt hat.

Weder im Mängelmelder der Stadt noch telefonisch hätten sich Bürger mit EPS-Nestern an die Stadt gewandt, sagt Stadtsprecher Georg Bockey. „Für uns wäre es aber sehr sinnvoll, dass Leute, die Nester sehen, uns möglichst präzise die Lage beschreiben, sonst wird es mit dem Entdecken sehr schwierig.“

Im Jahr 2019 hat die Stadt Haltern für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners 28.000 Euro ausgegeben. 2018 waren 21.100 Euro, 2017 und 2016 jeweils 10.000 Euro.

Am Montag waren einer Halternerin Finger, Handknöchel, Hals und Gesicht angeschwollen, als sie das Grab ihres Mannes sauber machte und dabei versehentlich in ein EPs-Gespinst fasste.

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