Sturm versorgte Haltern 21 Stunden mit Ökostrom

Am Mittwoch

Sturmtief „Sebastian“ ist am Mittwoch über die Region gezogen und hat leichte Schäden hinterlassen. Die positive Nachricht: Haltern am See war dank des Windes 21 Stunden lang komplett mit regenerativem Strom versorgt, wie die Stadtwerke jetzt mitteilen.

HALTERN

, 16.09.2017, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Haltern wird viel über Windkraft diskutiert.

In Haltern wird viel über Windkraft diskutiert.

Rund 806 000 Kilowattstunden seien von allen Halterner Windrädern ins Stromnetz der Stadt eingespeist worden, berichtet Dirk Schneider, Technischer Leiter der Stadtwerke, auf Anfrage. „Diese Einspeisung plus aller Halterner Photovoltaik-, Biomasse-, Wasserkraft- und Blockheizkraftwerk-Anlagen hat dazu geführt, dass Haltern von Dienstag, 22 Uhr, bis Mittwoch, 19 Uhr, komplett mit regenerativem Strom versorgt wurde.“ Darüber hinaus seien noch „erhebliche Mengen“ ins Hochspannungsnetz zurückgespeist worden. Wie groß diese Mengen genau waren, konnten die Stadtwerke nicht sagen.

„So ein Hochspannungsnetz ist wie eine schwarze Box“, erklärt Schneider: „Irgendwo wird der Strom eingespeist und irgendwo entnommen. Das kann in ganz Deutschland und sogar europaweit passieren.“ Deutlich mehr als die Hälfte des regenerativen Halterner Stroms werde mit Windkraft produziert.

Windkraft-Gegner bemängeln häufig, dass die riesigen Räder trotz Windes still stehen: „Dafür gibt es eine Menge Gründe“, sagt Schneider. Umweltschutz und Schattenwurf gehören zu diesen Gründen. Zu windig sei es meistens erst bei mehr als 20 Metern pro Sekunde, so Schneider: „Das sind dann schon erhebliche Stürme.“ Außerdem wird bemängelt, dass der Strom nicht ausreichend gespeichert werden kann.

Die Vergütung für die Betreiber von Windrädern sei sehr unterschiedlich, je nach Alter des Windrads oder Boni und Zulagen. Bei aktuellen Ausschreibungen liege der Preis zwischen 5 und 6 Cent pro Kilowattstunde. Das ergäbe für den Mittwoch insgesamt zwischen 40.300 und 48.360 Euro.

„Wenn der Strom europaweit nicht mehr abgenommen werden kann, wenn auch die Kraftwerke schon heruntergefahren wurden“, dann würden Windräder auch abgeschaltet, so Schneider. Unter der Woche sei das aber selten, ein Paradebeispiel sei immer der Pfingstmontag: „Da gibt es viel Sonnenschein für Solarenergie, viel Wind und wenig Verbrauch wegen des Feiertags.“

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