Suche nach Atommüll-Endlager: Teile der Stadt Haltern sind geeignet

mlzAtommüll

In Deutschland wird ein Endlager für Atommüll gesucht. In 90 Gebieten des Landes stießen Experten auf geeignete geologische Bedingungen. Auch in Teilen der Stadt Haltern.

Haltern

, 30.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach dem Aus für den lange heftig umkämpften Salzstock Gorleben sucht Deutschland nun einen Standort für ein Atom-Endlager. Gemäß dem jetzt vorgestellten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gibt es in allen Bundesländern außer dem Saarland Standorte, die als Endlager für hochradioaktiven Atommüll infrage kommen. Insgesamt 54 Prozent der Landesfläche zeichnete die Gesellschaft als sogenanntes „Teilgebiet“ aus, darunter fast ein Drittel von Nordrhein-Westfalen. Eine interaktive Karte zeigt nun, dass auch Teile Halterns zu den Teilgebieten zählen. Konkret handelt es sich um den nordöstlichen Bereich der Stadt, einschließlich der Ortsteile Lavesum, Lehmbraken, Sythen und Hullern.

Bislang ausschließlich geologische Bedingungen in Betracht gezogen

Die Festlegung der Teilgebiete erfolgte zunächst aufgrund geologischer Erkenntnisse. Das Endlager wird unterirdisch in Ton, Salz oder Kristallin, also vor allem Granit, untergebracht. Haltern sowie weite Teile Deutschlands entsprechen diesen Anforderungen. Im Bereich der Seestadt wird dabei ausschließlich „prätertiäres Tongestein“ ausgemacht. Bei der Erstellung des Berichts wurden Natur- und Wasserschutzgebiete sowie die Bevölkerungsdichte zunächst noch nicht einbezogen. Das erfolgt in weiteren Schritten. Ein Teilgebiet sei daher noch lange kein Endlagerstandort, betonte die BGE.

Das deutsche Endlager soll alle hochradioaktiven Abfälle aufnehmen, die bis zum Atomausstieg Ende 2022 in Deutschland angefallen sind. Bis 2031 soll die Entscheidung für einen Standort gefallen sein, 2050 die Lagerung beginnen.

Lesen Sie jetzt