Süßes-oder-Saures-Jagd an Halloween: Das sagen Bürger und die Stadt

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Süßigkeiten-Jagd an Halloween während der Coronavirus-Pandemie? Die Antworten der Halterner Bürger in dieser Frage fallen unterschiedlich aus. Die Stadt gibt eine eindeutige Empfehlung ab.

Haltern

, 29.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Halloween 2020 spaltet die Gemüter. Die einen wollen keine „Covid-19-Schleuder sein“, andere wiederum wollen den Kindern „nicht alles verbieten“. Zwei benachbarte Halloween-Häuser in Haltern gehen beispielsweise unterschiedlich mit der Situation um. Die Empfehlung der Stadt ist eindeutig.

Das in Haltern berühmte Halloween-Haus der Familie Vorholt an der St.-Ingbert-Straße bleibt in diesem Jahr geschlossen. Heinz Vorholt erklärt: „Wir wollen keine Covid-19-Schleuder sein.“ Die Entscheidung habe sich die Familie nicht leicht gemacht. Alternative Ideen hätten es aber letztendlich nicht geschafft.

„Bis letzte Woche hatten wir überlegt, es eventuell mit einem Einbahnstraßen-System zu probieren“, sagt Vorholt. Die Idee war es, schaurige Besucher trotzdem ins Haus zu lassen. Die stetig steigenden Infektionszahlen haben die Familie aber zum Umdenken gezwungen. Er verspricht dafür: „Wenn das mit Corona vorbei sein sollte, machen wir es nächstes Jahr wieder!“

Das Halloween-Haus der Familie Vorholt bleibt in diesem Jahr geschlossen.

Das Halloween-Haus der Familie Vorholt bleibt in diesem Jahr geschlossen. © Bludau

Vorholts Nachbarn, Familie Kölker, dagegen lassen Halloween in diesem Jahr nicht ausfallen. Das Haus wird schauderhaft geschmückt. „Die kleinen Gespenster“ dürften trotz Corona in diesem Jahr vorbeikommen und auf die Süßes-oder-Saures-Jagd gehen, sagt Nicole Kölker. „Es wäre schade, es nicht zu machen.“

Mit einigen Maßnahmen möchte sie ein erhöhtes Infektionsrisiko vermeiden. Vor der Tür stehe ein Alien, das eine Schüssel mit Süßigkeiten trägt. Direkter Kontakt werde so vermieden. „Wir bitten außerdem alle Erwachsenen, nicht zu nah zu kommen und Abstand zu halten“, sagt Nicole Kölker, die sich praktischerweise in diesem Jahr als Arzthelferin mit Mund- und Nasenschutz verkleidet.

Das Halloween-Haus von Familie Kölker wird auch in diesem Jahr wieder schaurig und gruselig sein.

Das Halloween-Haus von Familie Kölker wird auch in diesem Jahr wieder schaurig und gruselig sein. © Privat

Über einen Beamer überträgt die Familie außerdem ein schauererregendes Video mit Sound, das sich interessierte Halloween-Fans aus der Ferne angucken und auch hören können. Die Kölkers wollen so die Möglichkeit schaffen, auch zu Zeiten von Corona das Horror-Fest – zumindest ein wenig – feiern zu können.

Viele Meinungen im sozialen Netzwerk

Über Facebook erreichte die Halterner Zeitung jede Menge Meinungen zum Thema „Halloween während Corona“. „Ich würde mich echt freuen, wenn die kleinen Geister kommen würden“, schreibt Userin Kerstin Beckmann in dem sozialen Netzwerk. Mit dieser Haltung steht sie nicht alleine da. Auch Manuela Konzack („Hier sind die kleinen Geister auch herzlich Willkommen“) und Michael Ebbinghaus („Man kann den Kindern ja nicht alles verbieten“) sind der Jagd nach Süßem oder Saurem aufgeschlossen.

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„Wir werden mit unseren beiden Kindern gehen und stellen auch ’ne Schüssel mit Süßkram vor unsere Tür“, schreibt Si Brodbeck auf Facebook. Auch Katharina Mohrmann würde gerne mit ihren drei kleinen Kindern um die Häuser ziehen. Die Arbeit sei aber dazwischen gekommen.

Die Stadt empfiehlt, die Süßigkeiten-Jagd in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Stadtsprecher Georg Bockey äußerte sich wie folgt: „Wir schließen uns natürlich den Empfehlungen der Bundes- und Landesregierung an und bitten alle Beteiligten, in diesem Jahr auf die Halloween-Umzüge zu verzichten.“

Die Süßigkeiten-Jagd sei ein gutes Beispiel dafür, auf nicht zwingend notwendige Kontakte zu verzichten. „Wir appellieren ebenso an die Eigenverantwortung, dass also auch Eltern ihren Kinder erklären können, auf diese Kontakte zu verzichten“, sagt Bockey.

„Uns und andere nicht gefährden“

Kritische Stimmen zum Thema gab es auch auf Facebook. Anne Tanke schrieb: „Da wir momentan aufgrund hoher Infektionszahlen leider weit weg von einem ‚normalen Leben‘ sind, sollte auf jegliche unnötigen Kontakte und Veranstaltungen verzichtet werden.“ Sie fügte hinzu, dass „auch wieder bessere Zeiten“ kommen werden.

Ähnlich sieht es Dirk Eichler: „Unsere (Kinder, Anm. d. Red.) lassen wir dieses Jahr lieber Zuhause. Um andere und uns nicht zu gefährden. Dafür gibt es eine kleine Halloween-Party daheim.“

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