Es gibt viele spannende und beeindruckende Persönlichkeiten aus Haltern am See. In unserer Videoreihe „Smalltalk“ sprechen wir mit ihnen. Heute: SWR-Reporter Frank Mühlenbrock.

Sythen

, 29.10.2020, 21:28 Uhr

In Sythen aufgewachsen, ist Frank Mühlenbrock mittlerweile beim Südwestrundfunk (SWR) gelandet. Seit 2006 arbeitet er im Studio Kaiserslautern als Planer, Reporter und Nachrichtenredakteur. Jahrelang war er als Live-Reporter rund um den Traditionsklub 1. FC Kaiserslautern im Einsatz. Er war sogar dabei, als sein Kollege Stephan Mai vom damaligen BVB-Trainer Jürgen Klopp als „Seuchenvogel“ bezeichnet wurde. Über diese und anderen Themen haben wir mit ihm im Videochat gesprochen.

Frank Mühlenbrock über...

...seinen Werdegang als Journalist: Nach meinem Abitur habe ich zunächst für regionale Radiosender gearbeitet. Mein großer Traum war es immer, für den WDR arbeiten zu dürfen. Ich bin als junger Mann dort aber nicht so gelandet, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich war auch zu unerfahren, um mich dort durchzukämpfen. Irgendwann hat sich die Möglichkeit ergeben, in Trier bei einem Radiosender arbeiten zu können. Mit meiner damaligen Frau bin ich dann nach Trier gezogen. So bin ich mittlerweile beim SWR gelandet.

...seinen jetzigen Job beim SWR:

Mein Job ist total vielseitig. Ich arbeite derzeit im Studio Kaiserslautern und werde dort flexibel als Programmplaner, Nachrichtenredakteur oder auch als Reporter eingesetzt. Mittlerweile nennt sich das Multimedia-Reporter. Ich war viele Jahre als Live-Reporter rund um den 1. FC Kaiserslautern im Einsatz, der damals noch in der 2. Bundesliga gespielt hat. Ich habe oftmals die Spiele kommentiert und anschließend in der Mixed Zone die Spieler und Trainer interviewt. Heute geht es als Reporter auch darum, die sozialen Netzwerke zu bedienen. Der Job stellt einen immer wieder vor neue Herausforderung. Das ist sehr spannend.

Auch als Kommentator ist Frank Mühlenbrock tätig.

Auch als Kommentator ist Frank Mühlenbrock tätig. © privat

...ein Abstiegsfinale am letzten Spieltag:

In der Saison 2007/2008 stand der 1. FC Kaiserslautern kurz vor einem Abstieg in die Dritte Liga. Am letzten Spieltag war der 1. FC Köln zu Gast. Die Kölner standen schon als Aufsteiger fest. Für Lautern war aber ein Sieg notwendig. Das war eine ganz besondere Atmosphäre. Rund 50.000 Zuschauer waren im Stadion am Betzenberg. Lange stand es 0:0. Plötzlich flog eine einsame Taube durch das Stadion und es fing an zu regnen. Die Fans haben das als ein Zeichen der verstorbenen Vereinsikone Fritz Walter empfunden. Und dann fielen tatsächlich die Tore. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Später kam Stefan Kuntz als Leitfigur zum FCK, der zunächst viel bewegen konnte. Irgendwann ging es dann aber nur noch bergab. Hinter den Kulissen gab es viele Machtkämpfe, die bis heute andauern. Jetzt ist der Verein sportlich und wirtschaftlich am Boden.

...ein besonderes Erlebnis mit Jürgen Klopp:

Ich stand nur wenige Meter daneben, als mein Reporterkollege Stephan Mai damals von Jürgen Klopp vor laufender Kamera als Seuchenvogel bezeichnet wurde. Das war nach einem Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den BVB. Die Lauterer haben kurz vor Schluss den Ausgleich erzielt. Wenn man sich das Video im Netz anschaut, sieht man mich etwas hilflos aus dem Bild flitzen. Ich war total überrascht, als Jürgen Klopp das Interview plötzlich abgebrochen hat. Erst nachher habe ich die Hintergründe erfahren. Immer wenn Stephan Mai im Stadion war, konnte Jürgen Klopp einfach nicht gewinnen. Genau darum ging es auch in der Reportage des Kollegen.

...seine Verbindungen mit Sythen:

Ich bin nach wie vor Stammgast beim Sythener Schützenfest. Das lasse ich mir nicht nehmen. Mein Vater war sogar mal Schützenkönig von Sythen. Er hat sich 2004 damit einen Traum erfüllt. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich selbst war lange im Sythener Spielmannszug aktiv, war auch Mitglied in der zweiten Kompanie. Mittlerweile marschiere ich aber nicht mehr mit. Meine Eltern und meine Schwester wohnen immer noch in Haltern. Ich besuche sie regelmäßig auch noch. Haltern und Sythen - das ist einfach meine Heimat. Wenn ich mal dort bin, dann darf der Spaziergang über den Schalweg oder über die Rekumer Straße auf keinen Fall fehlen.

...seine Pläne für die Zukunft:

Meine Frau und ich sind beide beim SWR beschäftigt. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Es gibt daher aktuell keinen Grund, wieder zurück nach Sythen zu ziehen, aber ganz ausschließen würde ich es, langfristig betrachtet, auch nicht. Beim SWR gibt es einen neuen Intendanten. Es sind bald auch ein paar strukturelle Veränderungen geplant. Ab Februar sollen alle Hörfunknachrichten zentral aus Baden-Baden produziert werden. Ich werde daher künftig als Reporter vermutlich wieder etwas mehr Sport machen.

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