Sythener Sportschützen begrüßen stichprobenartige Kontrollen

HALTERN „Man kann nicht einfach in einen Laden gehen, Geld auf den Tisch legen und mit der Waffe nach Hause wandern!“ Ralf Lütkenhaus weiß es, er ist der Vorsitzende der Sportschützen Sythen.

von Von Elke Rüdiger

, 27.03.2009, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sythener Sportschützen begrüßen stichprobenartige Kontrollen

Bei einem Turnier werden die Teilnehmer sorgfältig beobachtet; nur die Schützen dürfen am Schießstand sein, die Handhabe der Waffen wird genau kontrolliert.

Der Amoklauf von Willenden schockiert noch immer weite Teile der Bevölkerung. Nach der Tat, bei der ein 17-Jähriger mit der Pistole seines Vaters 15 Menschen und dann sich selbst erschossen hat, sind heftige Diskussionen über den Umgang mit Waffen entbrannt. Viele fordern auch, das Waffenrecht zu verschärfen. Stichprobenartige Kontrollen befürwortet auch Ralf Lütkenhaus. Denn die Sythener haben nichts zu befürchten. Kontrollen, ob die Waffen vorschriftsmäßig weg geschlossen sind, gibt es seitens der Kreispolizeibehörde in regelmäßigen Abständen. Unangemeldet. „Bisher hat sie immer bestätigt, dass alles in Ordnung ist. Darauf achten wir auch ganz penibel.“

Beim Besuch der Anlage versperrt eine doppelt gesicherte und vergitterte Stahltür den Zugang zu den Schützenräumen. Ralf Lütkenhaus öffnet beide Schlösser, eilt zum wieder mit einer Stahltür verschlossenen Waffenraum. Hier befinden sich neben den gepanzerten und abgeschlossenen Spinden für die Luftdruckwaffen u.a. die Alarmanlage. Sie muss sofort entschärft werden. Den Schlüssel haben nur ausgesuchte Mitglieder, denn hier steht auch der 200 kg-Stahltresor für die Kleinkaliberwaffen. Die müssen gesondert verwahrt werden, dazu die Munition in einem gesonderten kleinen Tresorfach. Um daran zu kommen, benötigt man nicht nur den großen und kleinen Tresorschlüssel, sondern auch noch den Code. „Kompliziert, das Risiko ist aber auch erheblich kleiner.“

Im gemütlichen Foyer halten sich die Schützen auf. Sie können klönen, fachsimpeln, (waffenfrei) schulen. Der Schießstand ist nur für die trainierenden oder im Wettkampf befindlichen Schützen, sie benötigen Freiraum, müssen sich konzentrieren. Hinter der schalldichten Scheibe werden nicht nur die Ringe gezählt, „wir achten darauf, dass sich alle an die Spielregeln halten.“ Schon Zwölfjährige dürfen mit Luftdruckwaffen trainieren, ab 16 mit Kleinkaliberwaffen – allerdings nur auf dem Schießstand. Zeit zu gehen. Lütkenhaus kontrolliert Spinde, Tresor, stellt die Alarmanlage scharf, verschließt die Waffenkammer, verriegelt Stahl- und Gittertüren. Die Sythener Sportschützen zählen 90 Mitglieder. Trainiert wird Dienstag bis Freitag 18 bis 22 Uhr (Fr. bis 23 Uhr, Jugendliche 18 bis 19.30 Uhr), Infos bei Ralf Lütkenhaus, Tel. 6 85 13.

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