Tausende Euro Bußgelder wegen Corona: Nicht alle Bürger sind einsichtig

mlzOrdnungsamt Haltern

Mehrere tausend Euro hat die Stadt Haltern im Rahmen von Corona-Bußgeldverfahren eingenommen. Das Ordnungsamt stellt aber klar: In Haltern stoßen die Schutzbestimmungen auf große Akzeptanz.

Haltern

, 27.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie setzt auch den Mitarbeitern des Ordnungsamts schwer zu. Regelmäßige Kontrollen, ein hohes Maß an Beratungstätigkeit und ganz besonders das Verfassen von Quarantäneverfügungen sind dort derzeit mit einem extrem hohen Arbeitsaufwand verbunden. „Wir müssen unsere Aufgaben priorisieren“, sagt Helmut Lampe. Da komme es schon mal vor, dass Bußgeldverfahren wegen Corona-Verstößen etwas später als sonst üblich abgeschlossen werden. Rund 15 Fälle liegen derzeit in der Warteschlange, erklärt der Ordnungsamtsleiter.

Seit Beginn der Pandemie hat die Stadt Haltern insgesamt 12.100 Euro an Corona-Bußgeldern eingenommen. 37 Bußgeldverfahren waren damit verbunden.

Geahndet wurden Verstöße gegen die Maskenpflicht, unzulässige Ansammlungen von Personen und auch einige Verstöße im Gewerbebereich, beispielsweise bei der Erfassung der Kontaktdaten. Auch zu Beginn der Pandemie, als Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten gewesen seien, habe die Stadt einige Bußgelder verhängt, erinnert sich Helmut Lampe.

„Wir müssen Prioritäten setzen“

Dementsprechend hat sich die Arbeit der Ordnungshüter seit März dieses Jahres auch stark verändert. „Wir müssen Prioritäten setzen“, sagt Helmut Lampe erneut. Natürlich überwachten die Kontrolleure nach wie vor regelmäßig den ruhenden Verkehr und nähmen Falschparker ins Visier. „Zurzeit müssen aber vor allen Dingen Coronaschutz-Kontrollen durchgeführt werden“, betont er. Halten sich die Bürger an die Maskenpflicht? Werden Mindestabstände eingehalten? Wie sieht es in den Läden mit der Bereitstellung von Desinfektionsmitteln aus? Und wie werden die Kontaktlisten in den gastronomischen Betrieben geführt?

„Die Vorschriften werden gut eingehalten“

Helmut Lampe ist grundsätzlich sehr zufrieden mit der Situation in der Seestadt. „Die Menschen in Haltern gehen sehr verantwortungsvoll mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen um“, sagt er. Auch in der Gastronomie werden die Vorschriften nach seinen Angaben „gut eingehalten“.

Bei ihren Corona-Patrouillen reagieren die Ordnungshüter auf Verstöße nicht umgehend mit Bußgeldverfahren. „Wir reden zunächst mit den betreffenden Personen und setzen auf deren Einsicht“, sagt Lampe. Bürger seien manchmal unzureichend informiert und bedankten sich sogar, auf spezielle Regelungen hingewiesen worden zu sein.

Aggressive Reaktionen sind die Ausnahme

Einsichtig sind aber nicht alle Menschen. Klar sei es ab und zu vorgekommen, dass Bürger sich auch nach dem Gespräch mit den Kontrolleuren noch weigerten, beispielsweise eine Maske zu tragen. Zuletzt sei ein Mann sogar handgreiflich geworden, als er zusammen mit seiner Frau in der Innenstadt auf das notwendige Tragen eines Mund-Nase-Schutzes hingewiesen worden sei. „Der Mann hat den Kontrolleur weggestoßen“, berichtet Lampe. Zum Glück sei nicht mehr passiert. Und zum Glück seien solche Fälle eine absolute Ausnahme.

„In solchen Fällen reagieren wir natürlich mit einem Bußgeldbescheid“, stellt Lampe klar. Auch Wiederholungstätern geht es an den Kragen. „Grundsätzlich ist die Akzeptanz in der Bevölkerung für die angeordneten Corona-Maßnahmen allerdings sehr groß“, freut sich der Ordnungsamtsleiter.

Zur Bewältigung des Arbeitsaufwands bekommen die Ordnungsamts-Mitarbeiter Unterstützung aus anderen Dienststellen. Rund 1000 Quarantäneverfügungen wurden laut Lampe inzwischen verfasst. „Diese Aufgabe macht den Großteil unserer Arbeit aus“, sagt er. Aber auch die „Befriedigung des Informationsbedürfnisses“ von Gewerbetreibenden, Vereinen, Privatpersonen sei ganz enorm. Wo und wie darf ich feiern? Wohin darf ich verreisen? Die Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen nehme viel Zeit in Anspruch.

Bürger schwärzen Bürger an

Und dann sind da noch die Hinweise aus der Bevölkerung auf Corona-Verstöße. Ihre Zahl schätzt Lampe auf etwa einen pro Tag. „Das überprüfen wir dann natürlich.“ Und natürlich komme es auch vor, dass Menschen andere Menschen anschwärzen. Das sei aber nicht anders und nicht mehr als in anderen Zusammenhängen auch, meint der Ordnungsamtsleiter. Wenn beispielsweise Bürger sich ärgerten, weil Hunde nicht an der Leine geführt, der Hundehaufen nicht beseitigt oder die Hecke nicht geschnitten worden sei.

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