Taxifahren in der Corona-Krise: Trennwände aus Plexiglas sollen Fahrer und Kunden schützen

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Taxiunternehmen sind ebenfalls von der Corona-Krise betroffen: Einnahmen brechen weg, Fahrer und Kunden müssen geschützt werden. In Haltern setzen zwei Firmen auf Eigeninitiative.

Haltern

, 31.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise trifft gerade Kleinunternehmer heftig. Auch Taxiunternehmen leiden unter der Absage von Veranstaltungen und der Schließung von Restaurants und Kneipen. Einfach schließen können sie nicht - Taxiunternehmen haben eine Betriebspflicht.

„Das Wochenendgeschäft ist quasi weg“, sagt Petra Lawniczek, Geschäftsführerin von Taxi Ramczykowski. Sie hat bereits am 15. März Kurzarbeit in ihrem Betrieb angemeldet, einige Fahrer würden ihren Resturlaub nehmen. Die „Laufkundschaft“ sei viel weniger geworden. Krankenfahrten würde ihr Unternehmen nach wie vor durchführen, auch ein Krankentransportwagen stünde dafür bereit. „Die Menschen müssen ja nach wie vor zur Dialyse, zur Chemotherapie gebracht werden“, schildert sie.

Zum Schutz der Fahrer und Kunden haben sie Plexiglasscheiben zwischen den Vorder- und Rücksitzen eingebaut. Für die Fahrer sei es manchmal schwierig, Abstand zu halten zu den Fahrgästen, wenn diese Hilfe benötigten, zum Beispiel Rollstuhlfahrer. „Durch den Krankentransportwagen haben wir zum Glück noch Handschuhe und Mundschutz“, sagt Petra Lawniczek, aber da Desinfektionsmittel kaum noch zu bekommen sei, habe man es kurzerhand selbst hergestellt.

Nicht ansatzweise kostendeckend

Auch Taxi Pieper hat sich auf die veränderte Situation einstellen müssen. Er habe ebenfalls Trennscheiben in den Pkw installiert, sagt Inhaber Andreas Pieper. „Vorne darf sowieso niemand mehr sitzen.“ Gruppenfahrten führten sie nicht mehr durch. Ihm geht es nicht anders als seinem Mitbewerber, auch bei ihm ist die private Beförderung fast komplett weggebrochen. „Am Wochenende fahren wir gar nicht mehr, das ist nicht ansatzweise kostendeckend“, sagt Pieper. Bei den Krankenfahrten spürt er eine gewisse Zurückhaltung. In der Woche biete er Abendfahrten ab 20 Uhr nur noch auf Vorbestellung an.

Auch er musste seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und überlegt, einen Teil seines Fuhrparks zeitweise stillzulegen. Andreas Pieper denkt darüber nach, staatliche Hilfen zu beantragen. „Kurzarbeit ist das ja in gewisser Weise schon“, sagt der Taxiunternehmer, „aber ich würde auch zusätzlich Anträge stellen“.

Die Schutzmaßnahmen mit Trennscheibe, genügend Abstand sowie regelmäßiges Lüften und Oberflächenreinigung hält er für ausreichend. Da er keine Rollstuhltransporte anbiete, hätten seine Fahrer auch keinen unausweichlichen näheren Kontakt zu den Fahrgästen. „Die Trennscheibe kommt bei den Kunden sehr gut an“, sagt Pieper.

Auf Krankenfahrten spezialisiert

Die Sorgen von Lawniczek und Pieper teilt Franz Breuer, Geschäftsführer von KTG Geldermann, nicht. Da der Betrieb sich schon vor Jahren hauptsächlich auf Kranken- und Behindertenfahrten spezialisiert hat, ist er vom Einbruch bei der Privatkundenbeförderung nicht stark betroffen. Die Fahrer in den Fahrzeugen seien durch eine Wand von den Fahrgästen getrennt. „Bei uns ist noch alles im grünen Bereich“, so Breuer. Man halte sich an die Vorschriften. Als Taxibus ist das Unternehmen bei der Vestischen eingebunden, da sei nun die Vorschrift, nicht mehr als drei Personen gleichzeitig zu befördern, diese müssten zudem noch auseinander sitzen. „Im Kleinbus ist das aber kein Problem.“

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