Theodor und Stephan Speikamp machen alte Traktoren fit

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Jäger und Sammler - das waren die Menschen für lange Zeit ihrer Geschichte. Für einige ist Sammeln aber auch heute noch eine große Leidenschaft, wie für Theodor und Stephan Speikamp. Vater und Sohn sammeln alte Landmaschinen, vor allem Traktoren. Aber nicht nur das. Sie restaurieren sie auch noch.

LIPPRAMSDORF

, 18.11.2014, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Theodor Speikamp mit dem ausgebauten Kolben des  Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936

Theodor Speikamp mit dem ausgebauten Kolben des Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936

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Eindrücke von den Traktoren

Theodor und Stephan Speikamp aus Lippramsdorf sammeln und restaurieren alte Traktoren. Angefangen hat alles 1988 mit dem Kauf des ersten Deutz-Treckers.
18.11.2014
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Diesen Hanomag hat Stephan Speikamp in Griechenland erstanden. Trotzdem hatte der R55, aus dem Jahr 1957, Frostschäden und das Kurbelgehäuse des Schleppers musste geschweist werden. Bis zur Fertigstellung vergingen sieben Jahre.© Foto: Holger Steffe
Drehrichtungsanzeiger des Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936 Motors eigens neu gefertigt© Foto: Holger Steffe
Lanz Bulldog D9506 mit 45 PS Bauj. 1940 un 10,3 Litern Hubraum. Bis zur Fertigstellung brauchten Vater und Sohn Speikamp vier Jahre.© Foto: Holger Steffe
Der Schlüter DS15 stammt aus Lippramsdorf-Kusenhorst, hat fünf Vorwärtsgänge, 17 PS und ist Bauj. 1950. Der Motor läuft noch, aber viel Arbeit wartet auf die Speikamps, da er noch bis zur letzten Schraube zerlegt, restauriert und wieder zusammengebaut werden muss. Das Kennzeichen ist original aus der Zeit der britischen Besatzungszone vor 1961.© Foto: Holger Steffe
Theo Speikamp sitzend auf seinem wassergekühlten Deutz, Baujahr 1928 liebevoll restauriert in der großen Garage vor den anderen historischen Schleppern.© Foto: Holger Steffe
Dieser alte wassergekühlte Deutz stammt von 1928 und hat 28 PS. Gekauft zusammen mit dem Sohn stecken schon rund 1000 Stunden Arbeit in dem Schlepper. Bis er ganz fertig ist, ist noch viel zu tun.© Foto: Holger Steffe
Stephan Speikamp restauriert wie Vater Theo alte Trecker. Hier stellt er bei Bauer Ewald seinen Hanomag R12 (Ackermoped), Zweitakter von 1956 vor, den er mit dem Vater erneuert hat.© Foto: Holger Steffe
Frostschaden am Zylinder des Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936© Foto: Holger Steffe
Zylinder des Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936 nach Ausbau© Foto: Holger Steffe
Getriebe-Zahnräder und Wellen nach Ausbau aus Lanz Bulldog© Foto: Holger Steffe
Das gereinigte Getriebegehäuse des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Neues Bremspedal und Gasgestänge für den Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Hinterradbremse nach Instandsetzung vom Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Rohlinge Riemenlauf des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Ein Haufen Edelschrott des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Rohbau des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Rohbau des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Eine Zugvorrichtung© Foto: Holger Steffe
Werkzeugkasten, Seiten- und Bodenbleche© Foto: Holger Steffe
Gasgestänge© Foto: Holger Steffe
Kolben im Zylinder© Foto: Holger Steffe
Schaltkasten (Armaturen)© Foto: Holger Steffe
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Seitdem werden alle erworbenen Trecker vollständig zerlegt, gereinigt, restauriert und so original wie möglich – auch farblich – wieder zusammengebaut. Bei der Farbgebung holen sich die Lippramsdorfer schon seit Jahren Rat bei Lackmeister Matthias Gebert am Münsterknapp. Die Firma Gebert mischt die Farben so an, dass sie ähnlich wie das Original ausfallen und sagt genau, mit welcher Temperatur die Farbe zu verarbeiten ist. „Da kann die Restauration schon mal bis zu sieben Jahre dauern“, erzählt Speikamp.

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Theodor und Stephan Speikamp aus Lippramsdorf sammeln und restaurieren alte Traktoren. Angefangen hat alles 1988 mit dem Kauf des ersten Deutz-Treckers.
18.11.2014
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Diesen Hanomag hat Stephan Speikamp in Griechenland erstanden. Trotzdem hatte der R55, aus dem Jahr 1957, Frostschäden und das Kurbelgehäuse des Schleppers musste geschweist werden. Bis zur Fertigstellung vergingen sieben Jahre.© Foto: Holger Steffe
Drehrichtungsanzeiger des Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936 Motors eigens neu gefertigt© Foto: Holger Steffe
Lanz Bulldog D9506 mit 45 PS Bauj. 1940 un 10,3 Litern Hubraum. Bis zur Fertigstellung brauchten Vater und Sohn Speikamp vier Jahre.© Foto: Holger Steffe
Der Schlüter DS15 stammt aus Lippramsdorf-Kusenhorst, hat fünf Vorwärtsgänge, 17 PS und ist Bauj. 1950. Der Motor läuft noch, aber viel Arbeit wartet auf die Speikamps, da er noch bis zur letzten Schraube zerlegt, restauriert und wieder zusammengebaut werden muss. Das Kennzeichen ist original aus der Zeit der britischen Besatzungszone vor 1961.© Foto: Holger Steffe
Theo Speikamp sitzend auf seinem wassergekühlten Deutz, Baujahr 1928 liebevoll restauriert in der großen Garage vor den anderen historischen Schleppern.© Foto: Holger Steffe
Dieser alte wassergekühlte Deutz stammt von 1928 und hat 28 PS. Gekauft zusammen mit dem Sohn stecken schon rund 1000 Stunden Arbeit in dem Schlepper. Bis er ganz fertig ist, ist noch viel zu tun.© Foto: Holger Steffe
Stephan Speikamp restauriert wie Vater Theo alte Trecker. Hier stellt er bei Bauer Ewald seinen Hanomag R12 (Ackermoped), Zweitakter von 1956 vor, den er mit dem Vater erneuert hat.© Foto: Holger Steffe
Frostschaden am Zylinder des Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936© Foto: Holger Steffe
Zylinder des Lanz Bulldog D 7506 Bj. 1936 nach Ausbau© Foto: Holger Steffe
Getriebe-Zahnräder und Wellen nach Ausbau aus Lanz Bulldog© Foto: Holger Steffe
Das gereinigte Getriebegehäuse des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Neues Bremspedal und Gasgestänge für den Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Hinterradbremse nach Instandsetzung vom Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Rohlinge Riemenlauf des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Ein Haufen Edelschrott des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Rohbau des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Rohbau des Lanz Bulldog D7506 Baujahr 1936© Foto: Holger Steffe
Eine Zugvorrichtung© Foto: Holger Steffe
Werkzeugkasten, Seiten- und Bodenbleche© Foto: Holger Steffe
Gasgestänge© Foto: Holger Steffe
Kolben im Zylinder© Foto: Holger Steffe
Schaltkasten (Armaturen)© Foto: Holger Steffe
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Für beide ist es bei aller Originalität wichtig, dass man noch erkennen kann, dass der Trecker schon mal gearbeitet hat und die Lackierung nicht aussieht, als wäre sie neu. „Es soll ja nicht so sein, dass jemand sagt, so habe der mal ausgesehen als er neu aus dem Laden kam – ist ja schließlich ein altes Fahrzeug“, sagt Speikamp.

„Unsere Ehefrauen tragen unser Hobby mit, sie sehen uns lieber in der Werkstatt basteln, als Sangria trinkend am Strand von Mallorca“, erzählt Speikamp Senior. Auf ihre Männer müssen die beiden Frauen oft verzichten. Denn: „Bis aus dem ’Edelschrotthaufen‘ eines Lanz D7506 des Baujahrs 1936 mit 25 PS ein Schmuckstück geworden ist, dauerte es vier Jahre oder 1500 Arbeitsstunden“, erzählt Speikamp. Die Teile und Schrauben dafür hätten wahrlos in alten Weinkisten gelegen, auf denen die Hühner im Stahl rumstolziert wären. Der große Bruder, der Lanz 9506 mit 45 PS von 1940 verschlang gut 900 Stunden in der Werkstatt. „Aber es hat Spaß gemacht“, sagt der 59-Jährige, „sonst hätten wir längst aufgehört.“

So erstrahlen neben den beiden Lanz auch das „Ackermoped“, Hanomag R12 von 1956, mit Doppelsitzbank und selbst gefertigter Schaufel, der Halterner Firma Meißner Maschinenbau sei Dank, ein noch rostiger Schlüter DS 15 mit 17 PS aus dem Jahr 1950, ein wassergekühlter Deutz von 1928 und der von Sohn Stephan in Griechenland erstandene Hanomag R55 von 1957 mit 45 PS in der Garage. Nicht als Sammler, doch als helfende Hand wird jetzt noch Stephans Schwiegervater eingespannt. Der Tischlermeister fertigt das hölzerne Dach für den großen Hanomag. Das Fahrzeug dürfte vielen schon als Zugmaschine beim Zirkus aufgefallen sein oder beim Rangieren von Waggons bei der Bahn.

Allen Sammlern historischer Fahrzeuge rät Theo Speikamp, ihre Schätze regelmäßig zu bewegen. „Selbst wenn wir dies tun, hoppelt der Lanz die ersten Kilometer vom Grundstück über die Straße“, weiß er. Um ihr Hobby brauchen sich Vater und Sohn keine Sorgen machen. „In den großen Kisten im Regal ruht noch ein alter Porscheschlepper“, verrät Theo Speikamp, „weil wir ja sonst nichts zu tun haben“ und lacht. 

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