In Höhe des Annabergs waren am Samstagabend zwei Fahrzeuge kollidiert. © Bludau
Unfall Weseler Straße

Trunkenheit im Verkehr: „Schon ab 0,3 Promille drohen Probleme“

Ein 24-Jähriger aus Herten verursachte am Samstag einen schweren Unfall auf der Weseler Straße. Der Mann soll unter Alkoholeinfluss gestanden haben. Ihm droht nun ein Strafverfahren.

Am Samstagabend um viertel vor elf war der Notruf bei der Polizei eingegangen: Ein Mann (24) fuhr mit seinem Golf von der A43 ab. Er missachtete laut Zeugen eine rote Ampel, krachte auf der B58 an einer Kreuzung in einen anderen VW Golf. Er selbst, sowie drei weitere Beteiligte, zwei Männer (39, 20) sowie eine Frau (39) aus Niedersachsen, wurden bei dem Unfall zum Teil schwer verletzt. Laut Polizei mussten sich alle Verletzten zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus begeben.

Weil der Unfallverursacher offenbar zu viel getrunken hatte, stellte die Polizei seinen Führerschein sicher. Doch mit einem Bußgeldbescheid aufgrund einer Ordnungswidrigkeit wird der 24-jährige Hertener wohl nicht davon kommen.

Wie stark der junge Mann alkoholisiert war, wollte die Polizei am Montag auf Anfrage unserer Redaktion nicht mitteilen. Das Ergebnis der Blutprobe sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. „Dazu geben wir grundsätzlich keine Auskunft“, betonte Polizeisprecher Andreas Lesch. „Doch schon ab 0,3 Promille drohen Probleme.“

Straftatbestand der Trunkenheit im Verkehr

Denn grundsätzlich gelte: Zeigt ein Fahrzeugführer bereits ab 0,3 Promille Ausfallerscheinungen oder verursacht einen Unfall, so könne der Straftatbestand der Trunkenheit im Verkehr erfüllt sein. Der Polizeisprecher warnt: „In diesem Fall begehen Sie also eine Straftat. Hierfür gibt es kein pauschales Bußgeld. Stattdessen wird die Strafe individuell vor Gericht festgelegt.“

Nach § 316 Strafgesetzbuch (kurz: StGB) kommt dann eine Geld- oder bis zu einjährige Freiheitsstrafe auf den beschuldigten Fahrer zu, sofern er nicht wegen Gefährdung im Straßenverkehr (§ 315c StGB) zu belangen ist. Mögliche Nebenfolgen: ein bis zu 6-monatiges Fahrverbot sowie 2 Punkte in Flensburg oder die Entziehung der Fahrerlaubnis sowie 3 Punkte. Die Strafe drohe dabei allen Fahrzeugführern, das heißt: „Ob Sie nun mit 0,3 Promille Fahrrad oder Auto fahren, zeigen Sie Ausfallerscheinungen oder verursachen einen alkoholbedingten Unfall, kann gleichermaßen eine Anzeige wegen Trunkenheit die Folge sein“, so der Polizeisprecher weiter.

Absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,1 Promille

Die Polizei als Ermittlungsbehörde übergebe den Fall nach Abschluss ihrer Ermittlungen an die zuständige Staatsanwaltschaft. Im Falle einer Anklageerhebung müsse dann ein Richter über eine angemessene Strafe urteilen.

Als Ordnungswidrigkeit gilt Alkohol am Steuer erst bei 0,5 Promille und mehr, wenn alternativ keine Trunkenheit vorzuwerfen ist. Spätestens jedoch ab 1,1 Promille ist von einer absoluten Fahruntüchtigkeit auszugehen. Dann ist die Grenze zur Strafbarkeit in jedem Fall überschritten.

Probleme drohen dem jungen Hertener dabei auch mit seiner Versicherung. Zwar übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden der Verkehrsopfer, jedoch kann der alkoholisierte Fahrer im Falle einer Verurteilung von seiner Versicherung in Regress genommen werden, und zwar grundsätzlich bis zu einer Grenze von 5.000 Euro.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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