TuS Halterns Sportdirektor Kopschina: „Wir haben die Punkte selber liegen gelassen.“

Fußball Regionalliga West

Es war das Duell David gegen Goliath: Aufsteiger gegen Ligaprimus, Amateurklub gegen Traditionsverein, TuS Haltern gegen RW Essen. Für den TuS war dabei mehr als ein Unentschieden drin.

Haltern

, 05.03.2020, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Halterner verfolgten das Spiel des TuS gegen RW Essen im Stadion in Wattenscheid.

Viele Halterner verfolgten das Spiel des TuS gegen RW Essen im Stadion in Wattenscheid. © Holger Lindner

Sportlich betrachtet war es sogar ein Duell auf Augenhöhe. Mehr noch. Der Außenseiter aus Haltern hatte die besseren Chancen, hätte einen Sieg verdient gehabt.

„Wir haben die Punkte gegen einen Gegner, der sicher nicht seinen besten Tag erwischt hat, selber liegen gelassen“, zog TuS-Sportdirektor Sascha Kopschina am Tag nach dem ersten Pflichtspiel des TuS gegen die Essener in der fast 140-jährigen Vereinsgeschichte, eine Bilanz.

Die Mannschaft von Trainer Magnus Niemöller lieferte dem selbst ernannten Aufstiegsaspiranten RWE am Mittwochabend vor rund 3500 Zuschauern im Wattenscheider Lohrheidestadion, darunter knapp 3000 Gästefans, einen erbitterten Kampf. Nach der Führung von Berkant Canbulut (28.) hatte der TuS vor allem in der zweiten Hälfte noch einige gute Möglichkeiten ausgelassen. Einzig der Treffer von RWE-Angreifer Maximilian Pronichev (86.) stand einem Sensationssieg des TuS Haltern im Weg.

Kuriose Entscheidung

Warum das Schiedsrichtergespann in der 61. Spielminute einen Elfmeter für den TuS nach mehr als dreiminütiger Unterbrechung wieder zurücknahm, war auch am Donnerstag noch nicht zu erklären. Kopschina: „Ich habe mir die Szene mehrfach noch mal angeschaut. Den kann man geben. Warum ein Assistent nach mehr als drei Minuten eingreift und den Schiedsrichter umstimmt, erschließt sich mir nicht richtig.“ Auch TuS-Stürmer Emre Yesilova, der bei der besagten Szene zu Fall kam, konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen.

TuS-Coach Magnus Niemöller zeigte sich nach der Partie fassungslos: „Wir haben den ersten Videobeweis der Regionalliga West erlebt. Die Entscheidung hat insgesamt über drei Minuten gedauert. Diese Situation hätte man ganz anders lösen können.“ Seiner Mannschaft sprach er ein großes Kompliment aus. „Ganz Haltern kann stolz sein.“

Am Samstag (14 Uhr) steht für die Niemöller-Elf das nächste wichtige Duell an: Dann gastiert der Tabellen 14. beim Wuppertaler SV in einem sogenannten Sechs-Punkte-Spiel. „Das wird wieder eine ganz andere und neue Herausforderung“, weiß Kopschina. „Wir werden aber wieder um jeden Meter auf dem Rasen kämpfen.“ Das die weißen Trikots dabei Schaden nehmen könnten, störe ihn nicht. Kopschina: „Ich habe unserem Zeugwart gesagt, dass bis zum Ende der Saison ein Budget für Gallenseife in unbegrenzter Höhe vorhanden ist.“

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