Dr. Christiane Trogemann impfte Michel Husmann (13) am Freitag in der Seestadthalle. © Silvia Wiethoff
Coronavirus

Überschaubare Resonanz: Impfaktion für Schüler in der Seestadthalle

Schülerinnen und Schüler waren Freitag eingeladen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Für die Eltern war die Entscheidung nicht leicht.

Wenn es nach Michel Husmann (13) gegangen wäre, dann hätte er die Corona-Impfung schon eher bekommen. „Wir haben die Empfehlung der Stiko abgewartet und gebremst“, sagte seine Mutter Silke am Freitagnachmittag in der Seestadthalle. Hier war wieder eine Impfstraße aufgebaut worden, diesmal für alle Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren, die eine weiterführende Schule in Haltern besuchen.

150 hatten sich laut Frank Cremer, Leiter der Alexander-Lebenstein-Realschule, im Vorfeld für die Impfung angemeldet. Insgesamt 200 Personen würde man an diesem Tag erreichen können, schätzte Ulrich Wessel, Leiter des Joseph-König-Gymnaisums. Auch Eltern waren eingeladen, sich spontan impfen zu lassen.

Manche Eltern sind verunsichert

Die überschaubare Zahl der Impfwilligen führte Frank Cremer auf die Verunsicherung bei den Eltern zurück, die durch das Hin und Her in der öffentlichen Diskussion hervorgerufen worden sei. Die Impfungen seien so „kaputt geredet“ worden. Das sei sehr schade. Deshalb sei er nun froh über jeden, der sich habe am Freitag impfen lassen und das unkomplizierte Angebot wahrgenommen habe.

Aus Sicht des Schulleiters kann die Spirale des Infektionsgeschehens nur durch ein Voranschreiten der Impfungen aufgebrochen werden. Er wies aber auch darauf hin, dass bereits viele Schülerinnen und Schüler zumindest über eine erste Impfung verfügen.

Vor der Seestadthalle bildete sich Warteschlangen.
Vor der Seestadthalle bildeten sich Warteschlangen. © Silvia Wiethoff © Silvia Wiethoff

Das bestätigten die beiden 14-jährigen Schülerinnen Lilou Schmuck und Leonie (Letztere wollte mit ihrer Mutter nicht mit Namen in der Zeitung genannt werden). Beide Mädchen erklärten, dass viele ihrer Freundinnen und Freunde an der Schule sich ihre erste Impfung bereits beim Hausarzt abgeholt haben.

Lilou hatte gemeinsam mit ihrer Mutter Dagmar Korber darüber beraten, ob für sie die Imfpung, die für alle Schüler der weiterführenden Schulen in Haltern ab dem 12. Lebensjahr angeboten wurde, sinnvoll ist.

Lilou wog das Für und Wider ab und entschied sich dafür. „Ich denke, die jungen Menschen sollten gefragt werden“, sagte Dagmar Korber, die als Sozial-Pädagogin im gemeinsamen Lernen an der Alexander-Lebenstein-Realschule beschäftigt ist.

Mit einem komischen Bauchgefühl wartete Leonies Mutter vor Seestadthalle.

Aufgrund der hitzigen Diskussionen über das Thema sei ihr die Entscheidung nicht leicht gefallen, berichtete sie. Letztendlich habe aber die Pro-Seite überwogen. Für die Impfung von Leonie habe auch gesprochen, dass es in der Familie einige Risikopatienten gibt.

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