Umbau am Halterner Bahnhof stockt und die Stadt gibt den Ikenkamp frei

mlzBahnhof Haltern

Auf der Bahnhofs-Baustelle gibt es große Probleme und damit eine weitere Zeitverzögerung. Und weil die Stadt sich um den künftigen Verkehr sorgt, gewährt sie freie Fahrt auf dem Ikenkamp.

Haltern

, 27.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Umbau zu einem barrierefreien Bahnhof Haltern am See läuft seit Februar 2019, der erste Bauabschnitt ist so gut wie fertig. Doch nun kommen die Arbeiten ins Stocken. Es gibt Probleme mit dem Grundwasser. Das hat Folgen für den Zeitplan. Die Stadt macht sich derweil Sorgen wegen des zu erwartenden hohen Verkehrsaufkommens auf der alten Recklinghäuser Straße nach Freigabe des Park&Ride-Platzes. Sie trifft deshalb eine außergewöhnliche Entscheidung.

Der Parkplatz mit 350 Parkbuchten ist fertig. Doch nach der bautechnischen Abnahme wurden einige Mängel festgestellt. Diese gilt es nun zunächst zu beseitigen, außerdem muss die Fläche des ersten Bauabschnittes noch vermessen und das sogenannte Zweckentwidmungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt abgeschlossen werden. Das dauert und spielt der Baufirma sogar in die Hand. Denn auf der aktuellen großen Baustelle direkt auf dem Bahnhofsgelände treten unerwartete Schwierigkeiten auf.

Der Einbau der Aufzüge ist erst einmal nicht möglich

Der Tunnel vom Parkplatz zu den Gleisen wird vor Oktober/November nicht fertig. „Es sind erhebliche bauliche Behinderungen aufgrund von Grundwasser aufgetreten“, erklärte dazu Baudezernent Siegfried Schweigmann nach Rücksprache mit der Deutschen Bahn AG. Eine Bahnsprecherin erklärt das so: „Aufgrund des hohen Pegelstandes der Lippe im Frühjahr 2020 konnten die Arbeiten an der Personenunterführung bedauerlicherweise nicht wie geplant durchgeführt werden. Der Bauablauf musste entsprechend angepasst werden.“

Das hat weitere Folgen: Der Einbau der Aufzüge wird wegen dieser Grundwasserprobleme vorerst nicht möglich sein. Somit werden die Gleise voraussichtlich erst im nächsten Jahr barrierefrei zu erreichen sein. Bis dahin können die Bahnreisenden allein die neue Treppenanlage nutzen.

Der neue Parkplatz am Bahnhof wird erst Ende des Jahres freigegeben. Dann will die Stadt die Straße „Zum Ikenkamp“ für den Autoverkehr öffnen, weil die Kreuzung an der Glashütte das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht verkraftet.

Der neue Parkplatz am Bahnhof wird erst Ende des Jahres freigegeben. Dann will die Stadt die Straße „Zum Ikenkamp“ für den Autoverkehr öffnen, weil die Kreuzung an der Glashütte das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht verkraftet. © Jürgen Wolter

Die Bahn hofft trotz aller Schwierigkeiten, die Behelfsbrücke im November abbauen zu können. Noch einen Winter mit Unfällen und großen Problemen bei schlechter Witterung möchte sie eigentlich nicht mehr erleben.

Ende des Jahres gibt die Stadt die Straße „Zum Ikenkamp“ frei

Die Stadt sieht sich derweil mit Blick auf die kommende Verkehrsentwicklung zu einer außergewöhnlichen Maßnahme gezwungen. Sobald der neue Parkplatz an der Südseite des Bahnhofs freigegeben und der alte an der Annabergstraße geschlossen wird, macht sie die Anliegerstraße „Zum Ikenkamp“ offiziell offen.

Diese Straße zwischen Gewerbegebiet und Annaberg wird schon jetzt gern als Abkürzung genutzt. Denn über diese kommen Ortskundige schnell von West nach Ost und umgekehrt. Ohne Ampeln und ohne Stau. Dafür riskieren sie ein Bußgeld.

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Wählergemeinschaft und FDP hatten im März vergangenen Jahres vergeblich die Freigabe dieser Verbindung beziehungsweise eine Westtangente gefordert. Eine Freigabe kam bislang für die Stadt jedoch überhaupt nicht infrage. Baudezernent Siegfried Schweigmann erklärt nun die Kehrtwende: „Da der Verkehrsknotenpunkt an der Glashütte nicht so leistungsfähig ist, dass er die zusätzlich entstehenden Verkehre aufnehmen könnte, hat sich die Verwaltung entschlossen, das Kraftfahrzeugverbot für den Ikenkamp aufzuheben.“

Ungeduldige Warten auf den Wender an der Glashütte

Die Straße ist in keinem guten Zustand, ausgebessert wird sie aber vorher nicht. Auf der gesamten Strecke soll Tempo 30 gelten. Am Engpass, der Eisenbahnbrücke, wird das Ordnungsamt eine Vorfahrtsregelung ausschildern und Hinweise zu Durchfahrthöhe und -breite anbringen. Die Regelung für den Ikenkamp gilt solange, bis für den Kreuzungsbereich an der Glashütte eine Lösung gefunden ist.

An der Eisenbahnbrücke nahe des ADAC-Übungsgeländes wird das Ordnungsamt unter anderem eine Vorfahrtsregelung ausschildern.

An der Eisenbahnbrücke nahe des ADAC-Übungsgeländes wird das Ordnungsamt unter anderem eine Vorfahrtsregelung ausschildern. © Jürgen Wolter

Diskutiert wird ein von einem Planungsbüro vorgeschlagener Wender. Das ist ein ovaler Kreisverkehr mit Wendefahrbahnen. „Hierzu haben wir leider keine Neuigkeiten von der zuständigen Behörde, dem Landesbetrieb Straßen.NRW“, bedauert Siegfried Schweigmann.

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