Umbau der Kreuzung an der Glashütte schleppt sich vermutlich noch Jahre hin

mlzVerkehrsgutachten

Die Verkehrsregelung von der Glashütte bis ins Gewerbegebiet verdient die Note „sechs“. Ob sich der Notendurchschnitt verbessert, entscheiden nicht allein die Halterner Politiker.

Haltern

, 19.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein zweites Mal nach September 2018 stellte Olaf Timm (nts ingenieurgesellschaft mbH) aus Münster im Rathaus seine Untersuchungen zum Verkehr im Bereich des Gewerbegebietes Süd/Recklinghäuser Straße vor. Zwischen beiden Terminen waren weitere Zählungen und verkehrstechnische Analysen in das Gutachten eingeflossen. Die Ergebnisse sind nach wie vor ernüchternd und die Perspektiven sind es auch.

Ein neuralgischer Punkt sei die Kreuzung an der Glashütte, wiederholte Olaf Timm seine Einschätzung von 2018. Zusammen mit der Radwegeachse sei die Verkehrssituation hier völlig unzureichend gelöst. Am anderen Ende der Recklinghäuser Straße sieht er genauso viel Handlungsbedarf: „Eine Optimierung des dunklen, unübersichtlichen Fußgängertunnels ist dringend notwendig“, sagte er Dienstagabend im Ausschuss Bauen und Verkehr.

„Geschmeidiger“ Verkehrsfluss

Timm bleibt bei seinem Vorschlag, am Knotenpunkt Recklinghäuser Straße/Recklinghäuser Damm/Lorenkamp einen sogenannten Wender zu bauen, um damit einen „geschmeidigen Abfluss des Verkehrs“ - wie er es nannte - mit geringen Wartezeiten auch für Fußgänger und Radfahrer zu ermöglichen. „Ein Kreisverkehr hingegen würde zu hohen Wartezeiten führen und die Probleme nicht entscheidend beseitigen.“

Umbau der Kreuzung an der Glashütte schleppt sich vermutlich noch Jahre hin

Ein so genannter Wender könnte, so sagt das Verkehrsgutachten, die Situation an der Kreuzung Glashütte entzerren. © Ingenieurbüro nts

Ein Wender ist ein ovaler Kreisverkehr mit Wendefahrbahnen. Bei dieser Variante kann der Verkehr auf der L 551 ungebremst fließen, Abbieger in die Recklinghäuser Straße, in den Lorenkamp oder zur Glashütte benutzen die Wendefahrbahnen. „In den Niederlanden ist der Wender eine übliche Form, um Verkehre zu regeln“, zeigte Olaf Timm in seiner Präsentation einige Beispiele.

Millionenschweres Projekt

Aber diese Lösung kostet viel Geld. Für Haltern errechnete Olaf Timm 1,6 Millionen Euro plus Grunderwerb, plus optimaler Radverkehrsanlage. „Das ist eine teure Maßnahme, die wir uns nicht leisten können“, stellte Arno Huesmann (SPD) mit Blick auf den städtischen Haushalt fest. Doch der Druck ist groß. Denn die Verkehrsbelastung an diesem Knotenpunkt wird weiter steigen, wenn die geplante Park&Ride-Anlage mit 382 Stellplätzen am Ikenkamp an der Rückfront des Halterner Bahnhofs im kommenden Jahr fertig wird.

Die Verwaltung will als nächsten Schritt mit Vertretern des Landesbetriebes Straßen.NRW als zuständiger Behörde den Lösungsvorschlag erörtern und klären, welche finanzielle Unterstützung möglich ist. Ob es ein Umbau der Kreuzung dann auf die Prioritätenliste schafft, entscheidet wiederum der Regionalverband Ruhr.

Landesbetrieb ist Zünglein an der Waage

„Eine Prognose zum Zeitfenster ist heute noch gar nicht möglich“, stellte Olaf Timm ernüchternd fest. Möglicherweise müssten die Halterner Jahre auf eine Lösung warten. Siegfried Schweigmann (Leiter Rechts- und Standesamtswesen) versicherte, die Stadt werde die Planungen in Bochum präsentieren. „Die Aussage vom Landesbetrieb ist entscheidend!“

Der Ausschuss Bauen und Verkehr war eher unzufrieden. Aber einig darin, dass bei einem Umbau der Kreuzung die Anliegen von Radfahrern sehr ernst genommen werden müssten. „Der Radverkehr hat sich in Haltern fast verdoppelt, diese Tatsache müssen wir in den Fokus stellen“, forderte Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Kaiser.

Lesen Sie jetzt