Umbau zum barrierefreien Bahnhof Haltern dauert einige Monate länger

mlzBahnhof Haltern

Die Deutsche Bahn hat den endgültigen Zeitplan für die Bauarbeiten am Halterner Bahnhof vorgestellt. Die Umgestaltung zum barrierefreien Bahnhof dauert einige Monate länger als geplant.

Haltern

, 16.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer wieder war von neuen Terminen die Rede gewesen, jetzt hat die Deutsche Bahn den endgültigen Zeitplan für die Fertigstellung des Halterner Bahnhofs mitgeteilt. Demnach sollen die umfangreichen Bauarbeiten zur barrierefreien Umgestaltung spätestens Juni 2021 beendet sein. Dann soll die Personenunterführung, die vom Bahnhofsgebäude zum Mittelbahnsteig und zur neuen Park&Ride-Anlage am Ikenkamp führt, mit drei Aufzügen ausgerüstet und begehbar sein. Ursprünglich sollte der Bahnhof bereits Ende dieses Jahres barrierefrei sein.

Grundwasser bremste Bahn aus

Wie Projektleiter Stephan Goertz am Dienstag gegenüber der Halterner Zeitung erklärte, seien die Verzögerungen bei den Bauarbeiten vorwiegend auf Probleme mit dem Grundwasser zurückzuführen. Wegen starker Regenfälle im Frühjahr sei der Grundwasserstand der Lippe unweit des Bahnhofs deutlich höher als üblich gewesen. „Trotz Untersuchungen des Baugrunds im Vorfeld war das nicht vorhersehbar“, sagte Goertz.

So hoch stand das Grundwasser in der Baugrube.

So hoch stand das Grundwasser in der Baugrube. © Deutsche Bahn

Durch den außergewöhnlich hohen Wasserstand im Bereich der 64 Meter langen Personenunterführung hätten die Arbeiten daher nicht wie geplant durchgeführt werden können. Eine Grundwasserabsenkung sei dabei nur begrenzt möglich, weil die Gefahr von Hohlraumbildungen bestehe. Auch könne das Gleisbett absacken.

Sonderkonstruktion für Tunneldecke

Wegen des Fundaments des Empfangsgebäudes musste die Baugrube laut Goertz zudem horizontal mit schweren Stahlträgern verstärkt werden. Da in der Grube „sehr beengte Verhältnisse herrschen“, sei auch eine Sonderkonstruktion für die Tunneldecke erforderlich geworden. Diese sei zuerst hydraulisch hochgehoben worden, bevor die Seitenwände gebaut werden konnten. Für die gesamte Unterführung wurde wasserundurchlässiger Beton verwendet.

Personenunterführung wird Ende Dezember geöffnet

Ende Dezember 2020 soll die Personenunterführung von beiden Seiten betreten und die Treppe zum Mittelbahnsteig benutzt werden können. Dann auch wird der Park&Ride-Parkplatz geöffnet. Ursprünglich sollte der Tunnel zumindest aus Richtung Parkplatz bereits in diesem Sommer geöffnet werden.

Das neue 69 Meter lange Bahnsteigdach an den Gleisen 2 und 3 wird im ersten Quartal des kommenden Jahres statt Ende 2020 fertiggestellt. Der 220 Meter lange und auf 76 Zentimeter erhöhte Mittelbahnsteig selbst ist bereits auf einer Länge von 180 Metern in Betrieb.

Zweiter Teil der P&R-Anlage bis zum zweiten Quartal 2021

Der zweite Teil der P&R-Anlage wird ebenfalls bis spätestens Juni 2021 fertig. Es sei zwingend notwendig, vorher die Gleishilfsbrücken im Bereich der Personenunterführung auszubauen, erklärte Projektleiter Stephan Goertz. Dies könne erst Ende November 2020 erfolgen. Aktuell sind bereits 200 Parkplätze am Ikenkamp vorhanden. Rund 150 weitere sowie 14 behindertengerechte Parkplätze werden noch entstehen.

Hydraulisch musste zunächst die Decke der Personenunterführung angehoben werden, dann erst konnten die Seiten des Tunnels gebaut werden.

Hydraulisch musste zunächst die Decke der Personenunterführung angehoben werden, dann erst konnten die Seiten des Tunnels gebaut werden. © Deutsche Bahn

Mit der Freigabe der Personenunterführung für die Reisenden werde die provisorische Behelfsbrücke Ende dieses Jahres nicht mehr benötigt und gesperrt, führte der Bahn-Vertreter weiter aus. Anfang 2021 werde sie dann - verbunden mit Streckensperrungen - zurückgebaut. Frühere Planungen hatten für den Rückbau der Stahlkonstruktion noch März 2020 vorgesehen.

Die Bahn will vermeiden, dass die Brücke, die Goertz als „nicht optimal“ bezeichnete, im kommenden Winter nochmals genutzt werden muss. Der teils rutschige Boden bei Schnee und auch Regen hatte seit der Inbetriebnahme im Mai 2019 zu einigen Unfällen geführt.

18 Millionen Euro teures Projekt

Die Investitionssumme des Bauprojekts beläuft sich nach Angaben der Bahn auf insgesamt 18 Millionen Euro - 3,6 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Die Mehrkosten seien in Wesentlichen wegen des Grundwasserproblems entstanden, so Goertz. Zudem sei an der P&R-Anlage ein größerer Bodenaushub nötig gewesen.

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