Umbau des Halterner Bahnhofs: Ende 2019 sollen erste neue Parkplätze freigegeben werden

mlzHalterner Bahnhof

Die Arbeiten zum barrierefreien Umbau des Halterner Bahnhofs konzentrieren sich derzeit auf zwei Bereiche. Zum aktuellen Stand und zum Zeitplan äußerte sich ein Bahnsprecher.

Haltern

, 31.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Halterner Bahnhof wird nach langen Jahren des Wartens barrierefrei ausgebaut. Im Februar hat die von der Bahn beauftragte Firma mit den Arbeiten begonnen. Der Umbau soll Ende 2020 abgeschlossen sein.

Als erstes wird der Park & Ride-Parkplatz am Ikenkamp - an der Südseite des Bahnhofs - fertig sein. „Die Betonarbeiten sind abgeschlossen. Der Parkplatz ist 2019 fertig, sofern die Witterung mitspielt“, sagte ein Bahnsprecher auf Nachfrage.

Eine Teilfläche gebe die Bahn dann schon zum Parken frei.

350 Parkplätze entstehen

Aktuell werden die Parkboxen und Zufahrten gepflastert. 350 Parkplätze entstehen auf der früheren Brachfläche neben den Gleisen. Bahnreisende erreichen die Bahnsteige von hier aus künftig über einen neuen Fußgängertunnel. Drei Aufzüge garantieren einen barrierefreien Zugang.

Unklar ist weiterhin, wie der steigende Verkehr zu dem Park & Ride-Parkplatz geregelt werden soll. Diskutiert wird ein Umbau der Kreuzung an der Glashütte in einen sogenannten Wender - einen ovalen Kreisverkehr mit Wendefahrbahnen.

Baugrube für den Tunnel

An den (Abstell-)Gleisen 5 bis 9 hebt die Baufirma zurzeit die Baugrube für diesen Tunnel aus. Dafür waren vorab Tiefbauarbeiten für Stromversorgung und Entwässerung im Bahnhofsgelände notwendig.

„Wir liegen gut im Zeitplan“, versichert der Bahnsprecher. „Doch Verzögerungen sind immer möglich.“ Die gab es bereits unter anderem durch die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Bekanntlich wurde der Bahnhof kurz vor Kriegsende 1945 mehrmals bombardiert.

Die Luftangriffe konzentrierten sich auf die Bahnstrecken. Der erste größere Angriff erfolgte am 21. Februar 1945, getroffen wurden vor allem die Stellwerke. Haltern beklagte 23 Tote und 61 Verletzte. Es folgten weitere Luftangriffe bis zum 22. März 1945. Deshalb gehörte die Suche nach Blindgängern zum Umfang der Arbeiten dazu. Aus diesem Grunde ruhten beispielsweise im Mai und Juni sowie im August die Bauarbeiten, weil der Kampfmittelräumdienst vor Ort war. Einmal wurde der Bahnhof sogar komplett gesperrt. Doch gefunden wurde letztlich nichts.

Erneuerung des Mittelbahnsteigs an den Gleisen 2 und 3

Ab Ende 2020 ist vom P&R-Parkplatz aus ein komplett barrierefreier Zugang zum Bahnhof möglich. Ebenfalls im Dezember 2020 wird, so sagt die Bahn, die Erneuerung des Mittelbahnsteigs an den Gleisen 2 und 3 beendet sein. Er erhält eine neue Ausstattung mit unter anderem Wetterschutz, Sitzmöglichkeiten und Vitrinen, außerdem neue Bodenbeläge und taktile Leitsysteme für Sehbehinderte.

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