„Unangenehme Begegnungen“: Bürger ärgern sich über Hundehalter im Sythener Forst

mlzÄrger über Hundehalter

Eine Frau wurde schon von einem Hund angesprungen, Radfahrer wurden verbellt: Sythener ärgern sich über rücksichtslose Hundehalter im Wald.

Haltern

, 23.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spaziergänger, die ihre Hunde zum „Gassi gehen“ ausführen und dabei frei im Sythener Forst laufen lassen, ärgern Anwohner in Sythen. „Meine Frau wurde unlängst von einem Hund angesprungen, die Abdrücke der Pfoten waren auf ihrer Jacke zu sehen“, sagt ein Sythener, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er ärgert sich, wie andere Nachbarn auch, über Hundebesitzer, die ihre Hunde beim Spaziergang frei laufen lassen.

Mehr als ein Geheimtipp

„Seit dem Sommer 2019 hat die Zahl deutlich zugenommen“, so der Anwohner. Oft sind die Hundehalter mit mehreren Tieren unterwegs, die sie nicht im Griff haben.“ Die Hundehalter würden an der Zufahrt zum ehemaligen Kreisjugendzeltplatz am Stockwieser Damm parken und dann von dort in den Forst nördlich des Stausees gehen. „Dort beginnen mehrere Rundwanderwege, das ist ein guter Startpunkt. Das hat sich wohl in ganz Haltern herumgesprochen und ist inzwischen mehr als ein Geheimtipp“, sagt der Sythener.

Da er und seine Frau dort regelmäßig wandern oder spazieren gehen, ist ihnen die zunehmende Zahl aufgefallen. „Es geht mir nicht darum, Hundehalter zu verteufeln, wir hatten selbst Hunde, aber ich möchte dafür sensibilisieren, dass es oft zu sehr unangenehmen Begegnungen kommt. Ich habe selbst beobachtet, wie Hunde einen älteren Mann, der auf einem Fahrrad unterwegs war, verbellt haben.“ Der Senior habe sich dabei sehr erschrocken.

Der Abzweig vom Stockwieser Damm ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge.

Der Abzweig vom Stockwieser Damm ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge. © Jürgen Wolter

Appell an die Hundehalter

Der Sythener möchte an die Hundehalter appellieren, Hunde, die nicht ausgebildet sind, an die Leine zu nehmen. Er hat sich ans Ordnungsamt der Stadt gewandt, unter anderem mit der Frage, ob es möglich ist, Schilder aufzustellen, die auf eine Anleinpflicht hinwiesen.

Diese besteht aber, anders als im Naturschutzgebiet Westruper Heide, im Sythener Forst nicht grundsätzlich. „Hunde sind so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht“, heißt es im Landeshundegesetz. Darüber informierte das Halterner Ordnungsamt den Sythener Bürger. In Einzelfällen hätten Gerichte entschieden, dass auch das Anspringen von Hunden und das Beschmutzen der Kleidung durch Hundepfoten bereits von dieser Regelung erfasst würden.

Im Naturschutzgebiet Westruper Heide gilt generelle Leinenpflicht für Hunde, auf die der Kreis Recklinghausen mit Schildern hinweist.

Im Naturschutzgebiet Westruper Heide gilt generelle Leinenpflicht für Hunde, auf die der Kreis Recklinghausen mit Schildern hinweist. © Jürgen Wolter

Hundehalter muss Zugriff auf seinen Hund haben

Laut Landesforstgesetz müssen Hunde außerhalb von Wegen angeleint werden. RVR-Förster Harald Klingebiel erläutert: „Auf Waldwegen ist entscheidend, dass der Hundehalter Zugriff auf seinen Hund hat. Wenn er ohne Leine läuft, muss der Hund ausbildet sein und auf Zuruf oder Kommandos reagieren, damit es nicht zu unliebsamen Begegnungen kommt. Ist das nicht der Fall, muss der Hund auch auf den Wegen an der Leine geführt werden. Abseits der Wege gilt grundsätzlich Anleinpflicht.“ Davon nimmt das Landesforstgesetz allerdings Jagdhunde und Polizeihunde ausdrücklich aus.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt