Zwei Pkw kollidierten am Samstagabend am Annaberg in Haltern. Vier Personen wurden teils schwer verletzt. © Bludau
Erste Hilfe geleistet

Unfall B58: Halternerin befreite verletzte Frau aus Fahrzeug

Als kürzlich zwei Wagen in Haltern kollidierten, wurden vier Personen zum Teil schwer verletzt. Katja Strüwe war zufällig als Ersthelferin vor Ort und schildert nun ihre Eindrücke.

Nicht weil sie die Aufmerksamkeit wolle, wende sie sich mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit, erzählt Katja Strüwe. „Ich möchte betonen, dass man keine Angst haben muss, zu helfen. Man kann nichts falsch machen“, sagt sie. Als am Samstagabend an der Autobahn-Anschlussstelle Annaberg zwei PWK kollidierten, sei sie als einer der Ersthelfer am Unfallort gewesen und habe nicht lange gezögert.

Ein 24-jähriger Mann aus Herten war am Samstagabend gegen 22.45 Uhr mit seinem Golf von der A43 abgefahren. Laut Zeugenaussagen missachtete er eine rote Ampel und krachte auf der B58 in einen anderen VW Golf. Er sowie drei weitere Beteiligte, zwei Männer (39, 20) und eine Frau (39) aus Niedersachsen, wurden bei dem Unfall zum Teil schwer verletzt. Alle Verletzten mussten zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Katja Strüwe überlegte nicht lange und leistete am Unfallort Erste Hilfe. © Privat © Privat

Kurz nach dem Zusammenprall der beiden Fahrzeuge sei sie vor Ort gewesen, erzählt Katja Strüwe. Zwei Autos hätten schon vor ihr an der Unfallstelle angehalten. Sie sei ausgestiegen, um sich einen Überblick über den Unfall zu verschaffen und habe dann gehandelt. „Neben mir haben auch weitere Personen geholfen“, sagt sie. In einem Auto habe sie eine Frau auf dem Beifahrersitz vorgefunden. „Sie konnte sich nicht aus dem Auto befreien – im Gegensatz zu ihrem Sohn.“ Zusammen hätten sie die verletzte Frau und Mutter dann aus dem Auto gezogen.

„Der absolut falsche Gedanke“

Da sie als Betriebssanitäterin alle zwei Jahre eine Erste-Hilfe-Schulung absolviert, sei sie geübt, erzählt Katja Strüwe. Die verunfallte Frau habe sie in die stabile Seitenlage gebracht. Dann seien auch schon die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort gewesen. „Erste Hilfe zu leisten finde ich sehr wichtig“, sagt sie. Man brauche gar keine Angst haben, etwas nicht richtig zu machen. „Das ist der falsche Gedanke.“

Man müsse sich bewusst machen, dass man jederzeit selber in eine Situation geraten könne, in der man eventuell eine schnelle Reaktion sowie Erste Hilfe anderer benötigt. Es mache auch Sinn, Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. Viel zu schnell werde beispielsweise vergessen, wie eine stabile Seitenlage anzuwenden ist. „Dabei kann dieses Wissen im Notfall Leben retten“, ist Katja Strüwe überzeugt.

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