Unterricht am Fluss: Das Blaue Klassenzimmer kommt

Blaues Klassenzimmer

Jetzt geht es los mit dem Blauen Klassenzimmers an der Stever. Prof. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, und Bürgermeister Bodo Klimpel nahmen den ersten Spatenstich vor.

Haltern

, 05.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeister Bodo Klimpel und der Vorstandsvorsitzende des Lippeverbandes, Prof. Uli Paetzel, gaben mit dem ersten Spatenstich den Startschuss für das Blaue Klassenzimmer.

Bürgermeister Bodo Klimpel und der Vorstandsvorsitzende des Lippeverbandes, Prof. Uli Paetzel, gaben mit dem ersten Spatenstich den Startschuss für das Blaue Klassenzimmer. © Jürgen Wolter

Lernen von und in der Natur: Im Blauen Klassenzimmer an der Stever erleben Schüler Unterricht draußen. Direkt an der Stever entsteht ein Open-Air-Klassenzimmer direkt am Flusslauf.

Am Montag nahmen der Vorsitzende des Lippeverbands, Prof. Uli Paetzel, und Bürgermeister Bodo Klimpel, zugleich Ratsvorsitzender des Wasserverbandes, den ersten Spatenstich vor.

Kinder und Lehrer haben mitgeplant

An der Planung des Klassenzimmers unter freiem Himmel waren viele Schulen, Kindergärten, Lehrer und Umweltschützer beteiligt. Sie hatten das Planungskonzept des Landschaftsarchitekten Rolf Teschner mit Anregungen versehen. Eigentlich hätten die Kinder beim Startschuss dabei sein sollen - aber wegen der Corona-Pandemie ist das zurzeit nicht möglich. Deshalb nahmen die Vertreter der beteiligten Institutionen, Stadt Haltern und Lippeverband, den Spatenstich allein vor.

„Gemeinschaft und Natur erleben - dass diese zwei Dinge essenziell wichtig sind, wird uns gerade besonders deutlich“, so Uli Paetzel. „Ein Bewegungs- und Lernort unter freiem Himmel gewinnt vor diesem Hintergrund einmal mehr an Bedeutung.“ Die Kinder können vor Ort Umweltforschung betreiben, Wasserproben nehmen und analysieren. Das blaue Klassenzimmer befindet sich an der Stever hinter den Sportanlagen des TuS Haltern.

Nachdem im Februar bereits der Freischnitt des Geländes erfolgt war, finden jetzt Bodenarbeiten und die Umlegung des vorhandenen Weges statt, der hinter dem Klassenzimmer vorbeigeleitet wird. Während des Umbaus bleibt der Weg vier Wochen lang für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Das Klassenzimmer selbst wird mit rund 220 Quadratmetern eines der größten seiner Art. Die acht Meter breite Fläche wird rund angelegt und wasserdurchlässig hergestellt, die Bänke und die Stufenanlage Richtung Ufer werden aus Naturstein gestaltet. 150 Tonnen Sandsteinfels verbaut der Lippeverband dafür.

Arbeiten sollen im Herbst abgeschlossen werden

Voraussichtlich im Herbst 2020 können die Arbeiten beendet sein, darauf hofft auch Bürgermeister Bodo Klimpel. Wie die zukünftige Nutzung des Blauen Klassenzimmers organisiert sein soll, legen die beteiligten Einrichtungen in einer Umsetzungswerkstatt fest – sobald die Corona-Schutzmaßnahmen es zulassen. Auch die künstlerische Gestaltung des Pegelhäuschens, die Schülerinnen und Schüler des Joseph-König-Gymnasiums übernehmen, ist zunächst verschoben. Das Häuschen selbst erfüllt einen wichtigen Zweck: Ausgestattet mit einer digitalen Anzeigetafel sehen Interessierte hier multimediale Inhalte und Fakten rund um das Gewässer, den Wasserstand oder die Fließgeschwindigkeit. Die Tafel kann sogar über einen Touchscreen aktiv in den Unterricht eingebaut werden.

Das Ziel des Blauen Klassenzimmers

Das Projekt Blaues Klassenzimmer realisiert der Lippeverband gemeinsam mit der Stadt Haltern am See, denn das Klassenzimmer unter freiem Himmel wird immer an die Gegebenheiten vor Ort angepasst. Die „Blauen Klassenzimmer“, die die Emschergenossenschaft bereits in Gladbeck, Duisburg und Dortmund gebaut hat, sehen in jeder Stadt anders aus. Der ähnlich einem Amphitheater angelegte Lernort befindet sich direkt am Wasser und ermöglicht Kindern und Schülern, das Ökosystem Fluss aus der Nähe zu erleben. Das Blaue Klassenzimmer in Haltern am See ist ein Projekt der Kooperation „Gemeinsam an der Lippe“. Es wird zu 80 Prozent mit Mitteln der Städtebauförderung des Landes und des Bundes ermöglicht. 20 Prozent der Kosten trägt der Lippeverband. „Gemeinsam an der Lippe“ ist eine Kooperation von Lippeverband, Städtebau- und Umweltministerium des Landes NRW sowie den Lippe-Kommunen. Das Ziel: Wasserwirtschaft, naturnahe Gewässerentwicklung und Stadterneuerung miteinander zu verknüpfen.
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