Ralf Drüing (r.) und Konrad Klimse vom Bautriebshof waren unter anderem auf der Römerstraße im Einsatz. © Benjamin Glöckner
Feuerwehreinsätze

Unwetter: Wasser drückte Gullis nach oben – Feuerwehr im Dauereinsatz

Das Unwetter in der Nacht zu Sonntag hatte besonders Haltern-Mitte hart getroffen. Die Feuerwehr Haltern war unterstützt vom THW im Dauereinsatz. Und noch am Tag dauerten die Aufräumarbeiten an.

Am Sonntagmorgen waren die Spuren des Unwetters aus der Nacht noch deutlich auf den Straßen in Haltern-Mitte zu sehen. An vielen Stellen waren die Fahrbahnen völlig verdreckt. Erde, Äste und Blätter bedeckten viele Gullideckel. Anwohner und Mitarbeiter des Baubetriebshof waren damit beschäftigt, alles wieder frei zu schaufeln und zu fegen.

Gegen 2 Uhr in der Nacht war ein heftiges Unwetter über Haltern am See hinweggezogen. Die Feuerwehr Haltern war daraufhin bis zum Morgen in Haltern-Mitte im Dauereinsatz.

Das Regenwasser hatte viel Dreck auf die Straße gespült. Hier ein Foto von der „Alte Ringstraße“. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

„Nachdem immer mehr Meldungen per Notruf in der Kreisleitstelle eingingen, entschloss man sich dazu, die ‚Örtliche Einsatzleitung‘ zu aktivieren und die Zuteilung der Einsatzkräfte im Stabsraum vor Ort selbst in die Hand zu nehmen“, teilte die Freiwillige Feuerwehr Haltern auf ihrer Facebook-Seite mit. Normalerweise läuft die Koordinierung der Einsätze über die Kreisleitstelle. „Der Notruf 112 lief aber weiterhin über die Kreisleitstelle“, erklärte Stephan Balke von der Halterner Feuerwehr auf Nachfrage am Sonntagmorgen.

50 Einsatzkräfte rückten zu über 34 Einsätzen aus

Alle Löscheinheiten der Feuerwehr Haltern am See – auch aus den Ortsteilen – wurden daraufhin alarmiert. Die Feuerwehr spricht in diesem Fall von Vollalarm. Die knapp 50 Einsatzkräfte rückten in der Nacht zu 34 Einsätzen unter anderem „An der Landwehr“, an der Gerhart-Hauptmann-Straße und an der Lindenstraße aus.

Aber: An einigen Einsatzstellen konnte die Feuerwehr aufgrund der vorgefundenen geringen Wasserstände von 1 bis 3 Zentimetern nicht helfen. Die Anwohner mussten selbst das Wasser aus ihren Kellern beseitigen. „Unsere Tauchpumpen brauchen schon eine Wasserhöhe von 5 bis 6 Zentimetern, um überhaupt etwas ansaugen zu können“, erklärte dazu Stephan Balke.

Keller und Schächte teils meterhoch unter Wasser

An anderen Stellen wiederum standen laut Feuerwehr Keller und Schächte teils meterhoch unter Wasser, sodass die Feuerwehr abpumpen musste. Eine Anwohnerin schilderte ihre Nacht so: „Ich erlebte dies in unserer neuen Wohnung zum ersten Mal. Das Wasser stand 20 Zentimeter hoch im ganzen Keller“. Das Wasser stieg in ihrem Fall aus der Kanalisation nach oben.

Stephan Balke: „An einigen Stellen wurden die Gullideckel in den Straßen nach oben gedrückt, weil die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte.“ Vielerorts hatte der Regen Dreck und Äste auf die Abläufe geschoben, wodurch das Wasser gar nicht mehr ablaufen konnte.

Die Gullis waren teilweise wie hier auf der „Alte Ringstraße“ komplett mit Dreck und Ästen verdeckt. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Deswegen war auch der Baubetriebshof am Sonntag im Einsatz. Die Mitarbeiter setzten die Gullideckel wieder richtig ein und befreiten die Abläufe von Blättern. Teilweise mussten sie mit Schaufeln die vom Wasser ausgewaschene Erde zurück auf die Gehwege schüppen. In den vom Unwetter betroffenen Bereichen haben die Gehwege häufig keine feste Asphaltierung. Auf der Römerstraße waren Ralf Drüing und Konrad Klimse im Einsatz. Ein Mitarbeiter mit Saugwagen unterstützte sie bei ihrer Arbeit.

Die Feuerwehr war in der Nacht bis 5.30 Uhr im Dauereinsatz. Tatkräftig unterstützt wurde sie dabei vom Technischen Hilfswerk (THW) Ortsverband Haltern am See. Und auch im Laufe des Sonntags musste sie noch ausrücken. Einige Anwohner hatten in der Nacht gar nicht bemerkt, dass Wasser in ihre Keller gelaufen war. Auf der Sythener Straße war außerdem ein Baum umgekippt, die Feuerwehr zerlegte ihn am Morgen und räumte ihn beiseite.

Dank an die Einsatzkräfte

Bei Facebook bedankten sich einige Halterner bei der Feuerwehr: „34 !!! Einsätze seit 1.59 Uhr! Vielen Dank an die Einsatzkräfte und alles Gute für die Betroffenen!“, schrieb beispielsweise eine Halternerin.

Das Unwetter war wohl lokal sehr beschränkt. In den anderen Städten des Kreises Recklinghausen gab es laut der Einsatzübersicht des Kreises keine unwetterbedingten Einsätze. Dies bestätigt auch Stephan Balke: „Andere Kreisstädte waren nicht so betroffen wie wir.“

Die Warn-App „Nina“ für Smartphones teilte erst um 1.47 Uhr eine Wetterwarnung mit – also kurz vor dem Unwetter in Haltern.

Die Gullis waren teilweise komplett mit Dreck und Ästen verdeckt. Das Regenwasser konnte nicht ablaufen. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner
Über den Autor
Redaktion Haltern
Benjamin Glöckner hat Germanistik und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen studiert. Für Lensing Media arbeitet er seit 2001. Er schrieb und fotografierte schon für die Lokalredaktionen Dortmund, Münster, Selm, Dorsten und Haltern.
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Benjamin Glöckner

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