Urnen- und Rasengräber werden immer beliebter

Gesellschaftlicher Wandel

Der gesellschaftliche Wandel ist deutlich zu spüren - auch bei einem Blick auf den Friedhof. Ein Trend hin zur Urnenbestattung ist so deutlich zu erkennen. Und auch andere Entwicklungen sind zu beobachten.

HALTERN

von Von Silvia Wiethoff

, 31.10.2011, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf dem Kommunalfriedhof im Sundern wurde Anfang April die letzte Gruft eingerichtet.

Auf dem Kommunalfriedhof im Sundern wurde Anfang April die letzte Gruft eingerichtet.

Auf dem Kommunalfriedhof im Sundern wurde die letzte neue Gruft Anfang April eingerichtet. Den Trend zur Urnenbestattung bestätigt Birgit Mertens. 50 Prozent der Beisetzungen, die ihr Halterner Unternehmen in diesem Jahr begleitete, fanden auf diese Weise statt. Gleichzeitig weiß Birgit Mertens aus ihren Gesprächen mit Hinterbliebenen, dass der Bedarf nach Doppelgräbern unter Rasen größer wird. Leider habe die Stadt Haltern auf diese Entwicklung bisher nicht reagiert. So sei es nur auf dem katholischen Alten Friedhof in Sythen möglich, ein Rasengrab zu belegen und direkt daneben eine weitere Stelle für den geliebten Partner zu reservieren. Einige Halterner seien bereits nach Sythen „abgewandert“, obwohl sie dort höhere Gebühren für die Bestattung bezahlen müssen, weil sie nicht zur Kirchengemeinde St. Joseph gehören.

Finanzielle Gründe sind für die Bevorzugung von Rasengräbern nicht der einzige Grund. Für ein Rasenreihengrab auf dem Kommunalfriedhof im Sundern werden 1268 Euro berechnet, für ein normales Reihengrab 1144 Euro, für eine Stelle in einer Gruft 2129 Euro. Im Vergleich dazu kostet ein Urnengrab, in dem man sich auf den städtischen Friedhöfen im Sundern und in Sythen auch anonym beerdigen lassen kann, nur 358 Euro. Entscheidend ist für viele, dass bei einer Grabstelle unter Rasen die Pflege mit abgesichert ist. Dies sei in einer mobilen Gesellschaft, in der die Nachkommen nicht immer dort Arbeit finden, wo Eltern wohnen und irgendwann begraben sind, ein wichtiges Kriterium, erklärte Birgit Mertens.

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