Verbraucherschützer warnen vor "windigem Geschäft"

Firma Prokon

Mit hoher Rendite und erneuerbaren Energien wirbt derzeit die Firma Prokon in Haltern. Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest und andere Organisationen warnen vor der Firma.

HALTERN

von Von Berthold Fehmer

, 15.04.2011, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit Werbeanschreiben wie diesem wirbt die Firma Prokon für Genussrechte, etwa an Windkraftanlagen.

Mit Werbeanschreiben wie diesem wirbt die Firma Prokon für Genussrechte, etwa an Windkraftanlagen.

„Allein das Anschreiben hat mich schon misstrauisch werden lassen“, sagt Klaus. Prokon, eine Firma aus Itzehoe (Schleswig-Holstein), wirbt darin für sogenannte „Genussrechte“ an Anlagen für erneuerbare Energien (Windräder, biogene Kraftstoffe und Biomasse). Seit 2006 habe man zuverlässig acht Prozent Zinsen für die Anleger erwirtschaftet, in den Vorjahren jeweils 7,25 Prozent, so die Werbung. Mindestens 100 Euro muss man drei Jahre anlegen, wenn man in den Genuss der Genussrechte kommen möchte. Die Grundverzinsung betrage sechs Prozent im Jahr, wobei eine Fußnote darauf hinweist, dass die Verzinsung in den „Genussrechtsbedingungen“ geregelt sei. Hohe Verzinsung bei grünem Gewissen – das Angebot klingt verlockend. Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest und andere Organisationen warnen allerdings vor dem „windigen Geschäft“. „Anleger werden durch den Kauf der Genussrechte keineswegs Miteigentümer an Windkraftanlagen oder anderen Sachwerten. Sie erwerben lediglich eine stille Beteiligung ohne Mitspracherecht an unternehmerischen Entscheidungen“, so die Stiftung Warentest. Das heißt: Wenn das Unternehmen Pleite geht, verlieren Kunden im schlimmsten Fall ihre gesamte Geldanlage. Laut Zeichnungsschein werden Genussrechte „nachrangig“ behandelt. „Die Anleger wären im Falle einer Insolvenz erst dran, nachdem die Ansprüche aller anderen Gläubiger bedient sind“, so die Stiftung Warentest.

Über diese Risiken werden Kunden erst im ausführlichen Verkaufsprospekt aufgeklärt. Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss: „Entgegen Prokons Behauptung sind die Genussrechte auf keinen Fall eine Alternative zu sicheren Spareinlagen.“ Dirk Klaus wird deshalb nicht auf das Angebot eingehen: „Ich finde es äußerst bescheiden, Bürger in Zeiten einer Krise wie in Japan mit solchen Angeboten zu ködern und Versprechen zu tätigen, die hochriskant sind.“ 

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