Verkehrssituation ist ein Dauerbrenner

Alte Recklinghäuser Straße

"Der Schulweg ist viel zu gefährlich für die Kinder!", erklärt Günther Rotfuchs. Er begleitet häufiger seine elfjährige Enkelin über die Recklinghäuser Straße und hat jedes Mal Angst um sie, weil die Verkehrssituation dort gerade für Radler sehr unübersichtlich ist.

HALTERN

16.09.2014, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Verkehrssituation an der Alten Recklinghäuser Straße zwischen Unterführung und Kreuzung Recklinghäuser Damm ist ein Dauerbrenner. Der Radler (im Hintergrund) verhält sich verkehrswidrig, er zieht den Gehweg vor; die Frau vorne quert die Straße schräg, eine zumindest für sie nicht ganz ungefährliche Lösung. Aber an der Ampel im Vordergrund fehlen abgeflachte Bordsteine.

Die Verkehrssituation an der Alten Recklinghäuser Straße zwischen Unterführung und Kreuzung Recklinghäuser Damm ist ein Dauerbrenner. Der Radler (im Hintergrund) verhält sich verkehrswidrig, er zieht den Gehweg vor; die Frau vorne quert die Straße schräg, eine zumindest für sie nicht ganz ungefährliche Lösung. Aber an der Ampel im Vordergrund fehlen abgeflachte Bordsteine.

Einen Zebrastreifen oder eine Verkehrsinsel an anderer Stelle gibt es nicht. Nicht nur für Kinder eine gefährliche Situation: Zufahrten für LKW zu den Unternehmen, fließender Verkehr zu und von den Discountern, Stau vor der „Auto-Ampel“ vor Einfahrt Lorenkamp Richtung Kanal, Flaesheim, Hamm-Bossendorf, Marl und Recklinghausen. Günther Rothfuchs fordert für die Recklinghäuser Straße deshalb risikoarme Lösungen. Seine Idee hört sich einfach und logisch an: Viele nutzen entgegen der gültigen Straßenverkehrsordnung die asphaltierten Gehwege. „Man müsste diese als kombinierte Geh- / Radwege legalisieren. Für die Sicherheit des Radfahrers müsste zudem an der Einfahrt zu den Discountern (Penny) die Rechts-vor-links-Regelung durch entsprechende Vorfahrtsbeschilderung aufgehoben werden.“

Doch diese Lösungen sind laut Angaben der Stadt nicht so einfach umzusetzen, zumal sie nicht für alle Bereiche zuständig ist. Stadtsprecher Georg Bockey nimmt zur Verkehrssituation an der Recklinghäuser Straße Stellung:

  • Die Gehwege in Richtung Stadt und Hamm-Bossendorf können nicht einfach „legalisiert“ werden. Bockey: „Hier existieren nicht die rechtlich geforderten Mindestbreiten für einen gemeinsamen Geh- und Radweg. Mit Änderung der StVO wurde in § 45 Abs. 9 Satz 2 klargestellt, dass eine Radwegbenutzungspflicht, also eine Beschilderung, welche die Gehwege für Radfahrer „legalisieren“ würde, nur angeordnet werden darf, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Rechtsgutbeeinträchtigung erheblich übersteigt.“
  • Aufheben der Rechts-vor-links-Regelungen: „Entsprechend der Entscheidung aus der 61. Sitzung der Verkehrs- und Unfallsicherheitskommission wird auf der alten Recklinghäuser Straße ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempobeschränkung auf 30 km/h eingerichtet. Darüber hat die Verwaltung in der Verkehrsausschuss-Sitzung am 9. September berichtet. Die Verkehrsfläche kommt durch die neue Regelung einer Tempo 30-Zone in Wohngebieten und deren Regelungen gleich. So ist die Vorfahrt innerhalb einer Tempo-30-Zone grundsätzlich durch die Regel „rechts vor links“ (§ 8 StVO) festgelegt.
  • Aus der Stadt in Richtung Hamm-Bossendorf unterwegs: Am Ende der Unterführung wurde die alte Querung unter gemeinsamer Absprache mit der Bezirksregierung Münster entfernt, um Rechtssicherheit zu schaffen. Die Radfahrer sollen sich, wie auch von anderen Gehwegen, in den Verkehr begeben.
  • An der großen Kreuzung soll der Radfahrer bald bereits vor der Ampel auf den Eckbereich des Gehwegs geführt werden, um von dort über die Furt in Richtung Hamm-Bossendorf zu fahren.
  • Insgesamt ist die „ungünstige Führung bekannt und könnte bestenfalls durch Herstellung einer Kreisverkehrsanlage optimiert werden“.
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