Versuchter Totschlag an der Stadtmühle: Brüder sollen Olfener blind geprügelt haben

mlzTürsteher blind

Sie hatten so stark auf einen Olfener eingeschlagen, dass der sein Augenlicht verlor. Ab Dienstag müssen die beiden Halterner Brüder sich vor dem Landgericht in Essen verantworten.

Haltern

, 13.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen versuchten Totschlags müssen sich zwei Haltener Brüder ab Dienstag vor dem Landgericht Essen verantworten. Sie hatten am 11. August 2019 einen Türsteher der Stadtmühle mit Flaschen und Fausthieben so stark verprügelt, dass er sein Augenlicht verlor. Insgesamt sind für den Fall neun Verhandlungstermine anberaumt.

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Den heute 22 und 26 Jahre alten Halterner Brüdern wird laut Anklage vorgeworfen, sich an dem Tattag im Außenbereich der Stadtmühle aufgehalten zu haben. Als man sie dazu aufforderte, das Gelände zu verlassen, sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den Brüdern und dem Türsteher - einem damals 47 Jahre alten Mann aus Olfen - gekommen.

22-Jähriger schlug Türsteher mit Cocktailglas ins Gesicht

Der 22-Jährige soll dem Olfener dann eine Bierflasche über den Kopf geschlagen haben. Der 26-Jährige schlug dem Türsteher dann mehrfach mit seinen Fäusten gegen den Kopf. Kurz darauf schlug der 22-Jährige dem Olfener mit einem Cocktailglas ins Gesicht. „Nach Würfen mit Bierzeltbänken versuchten die Angeklagten zu flüchten“, heißt es vom Gericht.

Der 47 Jahre alte Olfener wurde bei dem Angriff so schwer im Gesicht verletzt, dass sein linker Augapfel gerissen und aus der Augenhöhle herausgetreten ist. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Tage später war klar, dass der Mann sein Augenlicht auf dem linken Auge verloren hatte.

Die Brüder sitzen seit dem 5. September in Untersuchungshaft - wegen des dringenden Tatverdachts der tateinheitlichen, gemeinschaftlichen schweren und gefährlichen Körperverletzung sowie der Gefahr, dass die Verdächtigen flüchten könnten, teilte die Essener Staatsanwältin Julia Schweers-Nassif dazu Anfang Oktober auf Anfrage mit.

Brüdern drohen Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren

Im Falle einer Verurteilung drohen den Brüdern hohe Haftstrafen. Denn der Paragraf 226 des Strafgesetzbuches sieht vor, dass wenn eine schwere Körperverletzung, die hier vorrangig Gegenstand der Ermittlungen ist, zur Folge hat, „dass die verletzte Person das Sehvermögen auf einem Auge [...] verliert,“ eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren droht. Das ist zumindest das Strafmaß für den 26-Jährigen.

Der heute 22 Jahre alte Halterner wird nach Jugendstrafrecht beurteilt. Erst ab 21 Jahren gilt das Erwachsenenstrafrecht. Ihm droht entweder eine Jugendstrafe mit Geldauflagen, Arrest oder Arbeitsauflagen oder ebenfalls eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu fünf oder - wie hier im Falle eines Verbrechens - bis zu zehn Jahren Haft.

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