Verwunderung über weniger Singvögel im Garten

Rückläufige Zahlen

In manchen Gärten ist es ruhiger geworden: Unser Leser Günter Althoff vermisst die Singvögel und macht sich Sorgen. „Was ist da los? Es gibt keine Rotkehlchen, Schwarzdrosseln, Bachstelzen, Spatzen und Buchfinken bei mir im Garten“, schreibt er an die Redaktion. Wir haben bei einem Experten nachgehört.

HALTERN

, 07.09.2017, 13:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hungrige Amselküken.

Hungrige Amselküken.

Niels Ribbrock, Landschaftsökologe und stellvertretender Geschäftsführer der biologischen Station Dorsten-Lembeck, antwortet auf die Anfrage des Lesers. „Die Brutphase der Singvögel ist jetzt beendet“, sagt der Experte. „Dadurch sind die Singvögel nicht mehr so an ihr Revier gebunden und bewegen sich im größeren Radius. Andrerseits müssten ihre Bestände aber aufgrund des Nachwuchses jetzt eigentlich höher sein.“

Zwar seien die Bestände an Singvögeln in den letzten Jahren grundsätzlich eher rückläufig, räumt Ribbrock ein. Aber es sei zurzeit keine Entwicklung bekannt, die zu einem flächendeckenden Rückgang führe. Auch das den Amselbestand aktuell gefährdende Usutu-Virus sei in der Region noch nicht verstärkt nachgewiesen worden. Ribbrock hält es für möglich, dass die Ursachen für einen Rückgang der Besuche von Singvögeln direkt vor Ort liegen könnten.

„Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn im Garten Veränderungen vorgenommen wurden oder ein Heckenschnitt vielleicht besonders stark ausgefallen ist. Auch die häufigere Anwesenheit von Menschen im Garten gerade in der warmen Jahreszeit kann dazu führen, dass sich die Singvögel etwas zurückziehen.“

Ebenso könnte die Nähe eines Sperbers für den Rückgang verantwortlich sein, nennt Niels Ribbrock einen weiteren Grund. „Die Sperber haben jetzt ebenfalls Nachwuchs. Wenn sie auftreten, kann es sein, dass sich Singvögel zurückziehen. Sie kommen entweder kaum noch aus der Deckung oder wechseln sogar das Revier.“

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