Vier Saxofone, vier Jahrhunderte und ein begeistertes Publikum in der Erlöserkirche

Blattwerk

Sie mischen locker Mozart und Dave Brubeck: Das Saxofonquartett Blattwerk riss die Besucher in der Erlöserkirche wieder von den Sitzen.

Haltern

, 17.10.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vier Saxofone, vier Jahrhunderte und ein begeistertes Publikum in der Erlöserkirche

Das Blattwerk Saxophon Quartett (v.l.: Hartmut Salzmann, Bernd Stich, Alban Hauser und Timur Isakov) begeisterte erneut in der Erlöserkirche. © Jürgen Wolter

Vor fünf Jahren waren sie schon mal da: Die vier Saxofonisten von Blattwerk sorgten schon damals für stehende Ovationen, und auch am vergangenen Sonntag hielt es die Besucher in der Halterner Erlöserkirche nach dem Konzert nicht auf ihren Sitzen.

Musik aus vier Saxofonen und vier Jahrhunderten lautete diesmal das Motto. Es ist dieser typische Blattwerk-Sound, der die Konzerte mit den vier versierten Musikern so besonders macht. Die technische Perfektion, die Tempiwechsel, der Mix der musikalischen Stile, das ist inzwischen zum Markenzeichen der Vier geworden.

Ausgeklügelte Arrangements

Die meisten der ausgeklügelten Arrangements stammen von Hartmut Salzmann, der im Ensemble das Sopran- und Alt-Saxofon spielt, aber auch Timur Isakov (Alt-Saxofon und Klarinette) und Alban Hauser (Tenor Saxofon) haben Stücke für das aktuelle Programm arrangiert. Vierter im Bunde ist Bernd Stich, der mit dem Bariton Saxofon für die tiefen Töne und den rhythmischen Teppich im Quartett sorgt. Die Technik ist allerdings nur das eine. Besonders macht den Blattwerksound vor allem der fliegende Wechsel der musikalischen Stile, die manchmal zu einem durchaus wilden Mix der Epochen führt - und das Erstaunliche daran ist: Es funktioniert!

„Ein paar Bier in Sevilla“

Da wird aus dem „Barbier von Sevilla“ von Giaccomo Rossini ein Stück mit dem Titel „Ein paar Bier in Sevilla“ und bei Mozart mischt sich der jazzige Sound von Dave Brubeck ein: Heraus kommt ein „Rondo alla Turca - a little bit blue“.

Bei Blattwerk ist nichts so, wie man es gewohnt ist. Immer wieder brechen die vier Saxofonisten mit den gewohnten Hörgewohnheiten, wechseln die Tempi oder die Takte, dass es nur so swingt. Und auch an „großen musikalischen Türen“ (so Moderator Alban Hauser) wird angeklopft. Selbst Beethovens Fünfte liefert das Muster für spannende Neuentdeckungen.

Konzert zum Geburtstag

Eingeladen hatte das Quartett der Freundeskreis Kirchenmusik der evangelischen Gemeinde. Blattwerk kommen jeweils zu den runden Geburtstagen: Vor fünf Jahren zum 20. und jetzt zum 25. Die stellvertretende Vorsitzende Karin Ast begrüßte die Zuhörer in der gut besetzten Erlöserkirche. Die waren sich nach dem Konzert einig: „Eigentlich könnte man das Quartett viel öfter einladen.“

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