Virtuoses Kammerkonzert

Klassik

HALTERN Die kleine Heilig-Kreuz-Pfarrkirche in Hamm-Bossendorf bot am Sonntag das passende Ambiente für ein virtuoses Kammerkonzert.

von Von Sabine Bornemann

, 12.10.2009, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Chinese Shengzhi Guo präsentierte eine Suite des Spätromantikers Max Reger.

Der Chinese Shengzhi Guo präsentierte eine Suite des Spätromantikers Max Reger.

Für die Darbietungen der drei Solo-Künstler Sylwia Kozlowska (Querflöte), Shengzi Guo (Violoncello) und Ivan Pochekin (Violine) war die Akustik in der altehrwürdigen Kapelle wie geschaffen. Jedes Instrument kam hier voll zur Geltung und auch das Programm war von Volker Zwetzschke für eben diesen Raum zusammengestellt worden. Den Anfang machte Sylwia Kozlowska aus Polen auf der Querflöte. Sie spielte die einzige Suite für Solo-Flöte, die von J.S. Bach erhalten geblieben ist. Die von Bach entwickelte Form der „Patita“ war Ausgangspunkt des gesamten Programms. In der Suite für Flöte solo in a-Moll, BWV 1013, sind vier zu Bachs Zeiten gängige Modetänze verarbeitet: Allemande, Courrente, Sarabande und Bourée. Besonders das Allemande besteht fast ausschließlich aus Sechzehntelketten, die dem Künstler kaum Raum zum Atmen lassen. Doch Sylwia Kozlowska meisterte diese Aufgabe mit Bravour.

Anschließend präsentierte der Chinese Shengzhi Guo eine Suite des Spätromantikers Max Reger. Das Opus 131c, Nr. 2 zählt zur schwierigsten Solo-Literatur für Violoncello überhaupt, aber dem leichten Spiel von Guo war das nicht anzumerken. Auch er hat längst feste Engagements, wie Kozlowska, beim Beethoven Orchester in Bonn und als Solo-Celist beim Staatsorchester der Rheinischen Philharmonie in Koblenz.

Den stärksten Beifall erntete der Russe Ivan Pochekin mit seinen frei aus dem Gedächtnis vorgetragenen Werken von J.S.Bach, Niccolò Paganini und Eugène Ysaÿe. Paganini (1782 - 1840) hatte das Geigenspiel revolutioniert und jede Klangfarbe, die auf diesem Instrument überhaupt möglich ist, in seine Musik aufgenommen. Pochekin zauberte Klänge auf einer Geige aus der Werkstatt seines Vaters, die in solcher Perfektion und Virtuosität wohl kaum einer im Publikum je vorher gehört hatte. Der 22-Jährige wird heute exklusiv von der Moskauer Philharmonie vertreten. Als letztes Konzert in der Konzertreihe von „Ars musica ad Lupiam“ findet am Freitag, 16.10., um 19.30 Uhr eine „Ungarische Nacht“ im Yehudi-Menuhin-Forum in Marl statt.

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