Volksbank Haltern zieht Konsequenzen aus Sprengstoff-Attacken auf Geldautomaten

mlzBanküberfälle

Die Zahl der Banküberfälle, bei denen Geldautomaten gesprengt werden, steigt. Auch in Haltern waren Banken bereits das Ziel von mit Sprengstoff ausgerüsteten Bankräubern. Das hat nun Folgen.

Haltern

, 05.11.2019, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sind die Geldautomaten der Volksbank sehr gut gegen räuberische Attacken jedweder Art gesichert. Wenn Bankräuber aber mit Sprengstoff massiv vorgehen, sind der Gegenwehr gewisse Grenzen gesetzt. Und Menschen in Gefahr. Und weil Einbruchs- und Sprengversuche an Geldautomaten von Kreditunternehmen sich häufen und eine dringende Empfehlung des Landeskriminalamts vorliegt, sind die Zugänge zu den Selbstbedienungs-Bereichen der Volksbank Südmünsterland-Mitte auch in Haltern ab sofort nachts verschlossen. Von 23 bis 5.30 Uhr ist damit die Nutzung der Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker nicht mehr möglich.

„Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen“, sagte Christoph Sebbel, Vorstand der Halterner Volksbank. Über vielen Geschäftsstellen des Geldinstituts, auch in den Halterner Ortsteilen, befänden sich Wohnungen. „Im Fall der Sprengung eines Geldautomaten besteht also sowohl für die Hausbewohner als auch für zufällig vorbeikommende Passanten akute Lebensgefahr“, erklärte er.

Volksbank war bislang nicht von Sprengungen betroffen

Die Geschäftsstellen der Volksbank Südmünsterland-Mitte, zu denen seit der Fusion mit der Volksbank Lüdinghausen-Olfen in diesem Jahr auch die Halterner Volksbank zählt, seien bisher von Sprengstoffattacken verschont geblieben, hieß es. Aber Überfälle auf andere Kreditinstitute in Haltern und in Nachbarstädten hätten die Verantwortlichen der Volksbank zu diesem Schritt bewogen.

Im Juli 2017 war in der Nacht vom 12. auf den 13. ein Geldautomat in der Sparda-Bank an der Merschstraße in die Luft gejagt worden. Im Oktober 2018 wiederum hatten Unbekannte versucht, einen Geldautomaten in der Deutschen Bank in der Lippstraße zu sprengen.

Die Täter waren wegen des ausgelösten Alarms aber geflüchtet.

Regelung ist zeitlich unbefristet

Nach Auskunft von Christoph Sebbel sind nur sehr wenige Bankkunden von der nächtlichen Schließung betroffen. „Weniger als fünf Prozent“ der Automatennutzer kämen zwischen 23 und 5.30 Uhr in die SB-Bereiche. „Die Anzahl der Kunden ist in diesem Zeitraum verschwindend gering“, meinte der Vorstand. Bis auf Weiteres soll es daher bei dieser Regelung bleiben, eine zeitliche Befristung gibt es nicht. Sebbel dazu: „Die Sicherheit geht vor.“

Stadtsparkasse lässt SB-Bereiche auch nachts geöffnet

In der Stadtsparkasse sind unterdessen keine entsprechenden Maßnahmen geplant. „Wir waren bisher nicht von Sprengstoff-Attacken betroffen“, berichtete Vorstand Helmut Kanter. Bei den Geldautomaten, auf die es die Bankräuber in der Vergangenheit abgesehen hätten, habe es sich um freistehende Frontlader gehandelt, die von vorne befüllt werden. Die Geldautomaten der Stadtsparkasse hingegen seien in die Wand eingebaut. „Wir versuchen das erstmal so“, meinte der Bankvorstand, zumal „bestimmte Sicherheitsvorkehrungen“ eine Sprengung ohnehin erschweren würden.

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