Der Pendlerparkplatz an der Annabergstraße wird bald geschlossen, hier entsteht Bauland für Gewerbe und Wohnen. © www.blossey.eu
Pendlerparkplatz

Von Nord nach Süd: Parken am Halterner Bahnhof ist seit 1994 Thema

Der Pendlerparkplatz am Haupteingang des Bahnhofs schließt bald, dann müssen die Bahnreisenden zur Südseite des Bahnhofs wechseln. Das sei völlig verrückt, empört sich eine Halternerin.

Der barrierefreie Umbau und die Modernisierung des Halterner Bahnhofs beinhaltet auch die Anlegung eines neuen Park & Ride-Parkplatzes am Ikenkamp. 250 Parkbuchten sind fertig und freigegeben, 100 weitere sowie 14 Behindertenparkplätze folgen.

Der alte Pendlerparkplatz an der Annabergstraße wird aufgelöst, sobald die aktuelle Sanierung des Realschul-Schulhofes abgeschlossen und die damit verbundene Blockierung des Schulparkplatzes durch Baufahrzeuge aufgehoben ist. Dass Wege für Bahnpendler aus dem Westen Halterns künftig länger werden, sorgt für Unmut. Warum könne es nicht zwei Park & Ride-Parkplätze an beiden Seiten des Bahnhofs geben?, fragt sich beispielsweise Gertrud Oelmann. Aber auch die ungelöste Verkehrssituation im Süden, auf der Zu- und Abfahrt zum neuen Parkplatz, schreckt die Halterner nun auf.

Ziel: Mehr Ruhe für das Bahnhofsviertel

Doch die Weichen für diese Lösung wurden nicht erst jetzt, sondern schon vor über 20 Jahren gestellt. So beriet der Bau- und Planungsausschuss 1994 über die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes. Ein externer Gutachter schlug damals vor, die Parkplätze an die Südseite zu verlegen. Dies sei dringend geraten, um den Bereich vor dem Bahnhof und am Schulzentrum zu entlasten und zu beruhigen.

1996 hieß es dann, für die umfassende Umgestaltung des Bahnhofsbereiches stünden die Signale auf Grün. Ein Tunnel zur Südseite sollte 1,9 Millionen Mark kosten. „Damit steht der Anlage des Park-and-Ride-Platzes an der Straße Zum Ikenkamp nichts mehr im Wege“, erklärte die Stadt. Das Vorhaben kam aber nicht voran.

Der mit Landesmitteln gebaute Park-and-Ride-Parkplatz am Ikenkamp ist geöffnet, allerdings noch nicht ganz fertig. Wie das Foto zeigt, sind die Parkbuchten eng und kurz.
Der Park and Ride Parkplatz am Ikenkamp ist geöffnet, allerdings noch nicht ganz fertig. Wie das Foto zeigt sind die Parkbuchten eng und kurz. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Im Mai 2000 kündigte die Stadt an, 10.000 Quadratmeter an der Annabergstraße von der Bahn kaufen zu wollen, um auf der Fläche inklusive Parkplatz ein Mischgebiet mit Dienstleistungsbetrieben und Wohnungen zu entwickeln. Grundlage allen Handelns waren ein S 9-Park &Ride/Bike & Ride-Vertrag zwischen dem Land und der Deutschen Bahn AG. 2017 wurde der Kaufvertrag unterschrieben.

Neuer Parkplatz muss zu 80 Prozent ausgelastet sein

Doch schon vor dieser Unterzeichnung hatten sich im März 2002 Bau- und Planungsausschuss sowie Verkehrsausschuss einstimmig für die Planungsvariante ausgesprochen, die keine P & R-Parkplätze mehr an der Annabergstraße vorsah. Ein Argument war auch, dass selbst eine kleine Zahl von Parkplätzen sehr viel Suchverkehr anziehen würde. Der zentrale Parkplatz also sollte auf die Südseite. Bis zur Verwirklichung vergingen 19 Jahre.

Was passiert nun an der Annabergstraße? Der Parkplatz muss geschlossen werden. Denn für den Neubau des neuen, knapp vier Millionen Euro teuren P & R-Platzes am Ikenkamp sind Fördermittel geflossen. Im Gegenzug muss die Stadt, die Eigentümerin des Parkplatzes wird, für eine 80-prozentige Auslastung sorgen. Würde sie den Parkplatz an der Annabergstraße offen halten, wäre diese Auflage nicht zu erfüllen. Als Folge müssten die Fördermittel zurückgezahlt werden.

Die Fläche ist inzwischen Bauerwartungsland. Die Stadt wird sie an die Flächenentwicklungsgesellschaft (FEG) Haltern verkaufen. Die FEG soll als Dienstleister im Auftrag und im Namen der Stadt tätig werden. Aufgabe dieser 2018 gegründeten Gesellschaft ist, Flächen für den Wohnungsbau und Gewerbeflächen in Haltern zu entwickeln.

Dabei wird die FEG nicht selbst Grundstückseigentümerin, sondern konzentriert sich auf die städtebauliche Planung und Entwicklung von Grundstücksflächen, den Kauf, die Konzeptionierung, Realisierung und Koordinierung der Erschließung sowie die Verwaltung und Vermarktung der Grundstücke. Für die Annabergstraße liegen noch keine näheren Planungen vor, wie die Stadt betont.

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Elisabeth Schrief

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