Vorsicht Waldspaziergänger - die Hirschlausfliege lauert

Krankheitsüberträger

HALTERN Nach der Zeckenplage im Sommer, macht derzeitig in der Haard eine neue Generation blutsaugender Parasiten Hirsch und Reh das Leben schwer. Aber auch Menschen und ihre Haustiere sind nicht davor sicher: die Hirschlausfliege.

von Von Arno Pomplun

, 14.10.2009, 17:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vorsicht Waldspaziergänger - die Hirschlausfliege lauert

Gemeint ist die Hirschlausfliege. Ein dunkelbraunes, etwa fünf bis sechs Millimeter langes Insekt aus der Gruppe der Ektoparasiten. Ektoparasit ist ein auf der Oberfläche des Körpers lebender Parasit (z. B. Läuse). Gegenstück dazu ist Endoparasit. Sie hat transparente Flügel und sechs kräftigen Beine, die an eine Laus erinnern. Der Körper ist ganz flach und so widerstandsfähig, dass man ihn nur mit Mühe knacken kann. Sie fliegt im Spätsommer bis hin in den November und ernährt sich ausschließlich vom Blut der befallenen Wirtstiere. Hat sie einen Wirt gefunden, verliert sie die Flügel und verbleibt dort.

Der Nachwuchs, das sind verpuppungsreife Larven, verlassen den Wirt und entwickeln sich erst im Folgejahr zur richtigen Hirschlausfliege. Wenn das Insekt, besonders in der Dämmerung, Menschen anfliegt, geschieht das meist im Bereich der Nackenhaare. Der Stich mit dem Saugrüssel bleibt oft unbemerkt und verursacht weder Brennen noch Schmerzen, erst viele Stunden später entstehen dort massive, juckende Beulen und Pusteln, die den Betroffenen tagelang zu schaffen machen. Über das Vorkommen der Hirschlausfliege in der Haard sagt Oberforstrat Kersten Blaschczok  vom Forsthof Haltern: „Sie kommt zwar, wie in den vergangenen Jahren, auch in diesem Herbst wieder bei uns vor, von einer Plage kann aber keine Rede sein.“ Seinen Spaziergang in der Haard müsse niemand wegen der Hirschlaus absagen.

Nach seiner Meinung gehört der normale Waldbesucher nicht zum unmittelbar gefährdeten Personenkreis. „Das sind in erster Linie Förster, Waldarbeiter und Jäger, die beruflich dort dauernd tätig sind“, erklärte er. Sollte es einen aber dennoch erwischt haben und Beschwerden auftreten, ist der Gang zum Hausarzt nicht verkehrt.

Lesen Sie jetzt