Vorwürfe der Kinderpornografie: Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen gegen Metzelder

mlzChristoph Metzelder

Die Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigt: Es laufen Ermittlungen gegen Ex-Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder wegen der möglichen Verbreitung kinderpornografischer Fotos.

Haltern

, 04.09.2019, 10:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich kann bestätigen, dass es ein laufendes Ermittlungsverfahren gegen Christoph Metzelder gibt“, sagt die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg, Liddy Oechtering am Mittwochvormittag, Stunden nachdem die Bild-Zeitung den Ex-Fußball-Nationalspieler und Vorsitzenden des TuS Haltern vor der Sportschule Hennef abgelichtet hat. Im Schlepptau: Ermittler, die dem Halterner in die Sportschule folgen.

„Es besteht ein ausreichender Verdacht für Durchsuchungsbeschluss“

„Es bestand ein ausreichender Verdacht für die Erwirkung eines Durchsuchungsbeschlusses“, so Oechtering. Gegenstand sei der Verdacht, dass er kinderpornografische Fotografien per WhatsApp an eine Empfängerin in Hamburg geschickt habe, so die Staatsanwältin. Ob es sich dabei wie von der Bild berichtet um 15 Bilder handelt, die per WhatsApp verschickt worden seien, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen.

Jetzt lesen

Daraufhin waren am Dienstag laut Staatsanwaltschaft zwei Gebäude in Düsseldorf durch das Landeskriminalamt Hamburg durchsucht worden. Welche das genau waren, dazu machte die Staatsanwaltschaft keine genaueren Angaben. Die Sportschule Hennef sei nicht durchsucht worden: „Da ist Christoph Metzelder nur angetroffen worden“, so Liddy Oechtering.

„Die Datenträger werden jetzt ausgewertet“

Laut Bild seien bei den Durchsuchungen das Handy und ein Laptop Metzelders sichergestellt worden. Was genau beschlagnahmt wurde, dazu macht die Staatsanwaltschaft am Mittwochvormittag keine genauen Angaben. Nur so viel: „Die Datenträger werden jetzt nach Hamburg gebracht und ausgewertet.“ Wann mit einem Ergebnis der Auswertungen zu rechnen ist, ist derzeit noch nicht klar.

Ein Haftbefehl sei von der Staatanwaltschaft Hamburg darüber hinaus weder beantragt noch verfolgt worden. „Dafür lagen die Voraussetzungen nicht vor. Ein Haftgrund besteht nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht“, so Oechtering. „Deswegen wurde auch kein Haftbefehl beantragt.“ Es bestehe weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr oder ein dringender Tatverdacht. „Christoph Metzelder hat sich sehr kooperativ verhalten.“

Hinweis kam von einem Dritten

Am Nachmittag gab die Staatsanwaltschaft dann noch weitere Details bekannt. Die Hamburger Polizei habe einen Hinweis eines Dritten erhalten, wonach eine Frau kinderpornografische Dateien von Metzelder zugeschickt bekommen habe, sagte die Behördensprecherin. Die Polizei habe die Frau daraufhin kontaktiert und als Zeugin befragt.

Am Mittwochvormittag hatte die Behörde zunächst mitgeteilt, dass die mutmaßliche Empfängerin der Bilder Strafanzeige erstattet habe. Die Frau sei aber nicht aktiv auf die Polizei zugegangen, hieß es später. Ob sie überhaupt Anzeige erstattet habe, sei derzeit unklar.

Fotos sollen über WhatsApp verschickt worden sein

Sie soll über das Chat-Programm WhatsApp entsprechendes Material von dem Ex-Fußballer erhalten haben. In welcher Beziehung sie zu Metzelder steht, teilte die Behörde nicht mit.

Wie die Bild-Zeitung von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erfahren hatte und vor Ort sein konnte, als die Ermittler Christoph Metzelder am Dienstag stellten, ist unterdessen unklar. „Von Seiten der StA [Staatsanwaltschaft, Anm. d. Red.] wurde die Bildzeitung nicht vorab informiert“, teilt Liddy Oechtering von der Staatsanwaltschaft Hamburg mit. „Hier liegen keine Erkenntnisse vor, ob und ggf. auf welche Weise die Bildzeitung vorab Kenntnis von den gestrigen Ermittlungen erlangt hatte.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt