Wackeliges Lügengerüst und große Spielfreude: Plattdeutsche Bühne reiste nach Kapstadt

mlzPlattdeutsches Theater

Die Plattdeutsche Bühne feierte mit „De Reise nao Kapstadt“ Premiere. Auch den neuen Darstellern war eine große Spielfreude anzumerken. Der Funke sprang aufs Publikum über.

Haltern

, 04.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karl Flottbeck ist zwar verheiratet, aber nicht immer treu. Nun muss er für vier Wochen ins Gefängnis. Seine Frau Annette darf das allerdings nicht wissen, also erfindet der Ingenieur kurzerhand eine Dienstreise nach Kapstadt. Nach seiner Rückkehr muss er aber schnell feststellen, dass Lügen kurze Beine haben. Bei dem Versuch, seine Lügen aufrechtzuerhalten, ist ihm vor allem Lotte, die Freundin seiner Ehefrau und seine heimliche Geliebte, überhaupt keine große Hilfe.

Original Halterner Platt

Seit nunmehr 30 Jahren begeistert die Plattdeutsche Bühne Haltern mit verschiedensten Stücken Alt und Jung. In diesem Jahr steht „De Reise nao Kapstadt“ von Theodor Schübel auf dem Programm des Halterner Ensembles. Das in fünf Bilder unterteilte Lustspiel ist bereits im Original auf Plattdeutsch verfasst worden, wurde aber von Heinz Kallhoff in Halterner Platt übertragen, erzählt der Vorsitzende Willi Deckling. Das Stück wurde zudem ein wenig gekürzt. Denn sonst wäre es zu lang geworden, verrät er.

„Wie eine neue Sprache“

Bereits seit vier Monaten probten die sieben Darsteller und zwei Souffleusen unter der Leitung der diesjährigen Regisseurin Elisabeth Sasse.

Wackeliges Lügengerüst und große Spielfreude: Plattdeutsche Bühne reiste nach Kapstadt

Reiner Gerdes und Vera Herzog-Sasse spielen auf der Bühne ein heimliches Paar. © Pascal Albert

Besonders für die zwei Neuzugänge Georg Röer und Julia Rauhut war es eine neue Erfahrung. Beide standen bei der Premiere am vergangenen Sonntag das erste Mal vor Publikum auf der Bühne. Julia Rauhut spielt Karl Flottbecks Ehefrau Annette. Ihr war das Plattdeutsche zunächst völlig fremd. „Es ist wie eine neue Sprache“, sagte sie.

Bühnenpremiere

Auch Georg Röer musste sich erstmal an die neue Sprache gewöhnen und seinen Text lange lernen, doch für ihn war die Sprache zumindest nicht vollkommen neu. So hatte er schon „früher von den Eltern etwas mitgenommen“, erklärte er. Röer spielt in diesem Jahr Kurtchen, der ebenfalls im Gefänfnis saß und nun Karl besuchen möchte. Im Gepäck hat er dann auch gleich noch den kleptomanischen Hansotto, gespielt von Jerry Schüttert. Die letzten Jahre habe er schon immer im Publikum gesessen, erzählte er. Dass er nun auch erstmals auf der Bühne dabei ist, freute ihn sehr.

Video
De Reise nao Kapstadt - Neues Theaterstück der plattdeutschen Bühne Haltern

Eine schöne Gemeinschaft

Bei den regelmäßigen Proben stand für alle Darsteller und Helfer immer die Freude im Vordergrund. „Wir hatten immer Spaß dabei“, sagt Georg Röer. Und Julia Rauhut kann ihm da nur zustimmen: „Es macht wirklich Spaß. Wir sind eine schöne Gemeinschaft.“ Dass alle gerne auf der Bühne stehen, merkt der Zuschauer sofort. Der Spaß, den die Darsteller auf der Bühne haben, überträgt sich unmittelbar auf das Publikum.

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