Meinung

Wählen ist in Deutschland keine Pflicht, aber eine Bürgerpflicht

Am Sonntag wird der neue Bundestag gewählt, diesmal eine durchaus richtungsweisende Entscheidung. Wir haben das Recht, darüber mitzuentscheiden. Das sollten wir nutzen.
Am Sonntag wird der neue Bundestag gewählt. © picture alliance/dpa

In dem vom Seniorenbeirat herausgegebenen Buch zur Bundestagswahl 2017 haben die Autoren eine Modellrechnung aufgestellt, die weiterhin gilt: Gehen 100 Prozent der Bürger zur Wahl und wählen zu 10 Prozent eine radikale Partei, dann erhält diese Partei bei einer Wahlbeteiligung von nur 50 Prozent den doppelten Stimmenanteil, nämlich 20 Prozent. Wählen zu gehen, schützt also nicht zuletzt vor radikalen Strömungen.

Dieses Recht, das wir in der Bundesrepublik genießen, ist nichts weniger als ein Grundrecht und ein Privileg. Das ist in vielen Ländern nicht selbstverständlich und in manchen werden Wahlen auch zur Farce und dienen dem Machtmissbrauch. Davon sind wir zum Glück weit entfernt. Jede Stimme zählt, und es gibt durchaus eine Wahl zwischen unterschiedlichen Positionen, die von den Parteien vertreten werden.

Nicht zu wählen, ist keine Option. Es drückt keinen Protest aus, weil man damit niemandem einen Denkzettel verpasst, sondern die Stimme einfach unter den Tisch fällt. Wähle ich nicht, fällt meine Stimme weg und das erhöht die Bedeutung der anderen Stimmen. Dann muss ich wahrscheinlich mit einem Ergebnis leben, das mir nicht gefällt. Mit meiner Stimme übernehme ich Verantwortung. Ich bringe zum Ausdruck, dass ich die Zukunft mitgestalten will. Wählen ist in Deutschland keine Pflicht, aber eine Bürgerpflicht. Wir sollten dieses Recht wahrnehmen. Lasst uns die Wahlbeteiligung von 82,6 Prozent aus dem Jahr 2017 am Sonntag knacken!

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