Wählergemeinschaft Haltern will, dass Stadt ihre Immobilie an der Lippstraße verkauft

mlzFür Altenwohnungen

Die Wählergemeinschaft beantragt, das städtische Haus an der Lippstraße 7-9 zu verkaufen und dort altengerechtes Wohnen zu ermöglichen. Die Stadt erklärt, was sie von diesem Vorschlag hält.

Haltern

, 27.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Ladenlokal an der Lippstraße 7-9 steht schon lange leer. In einem der Schaufenster und an der Tür kleben schlichte weiße Zettel mit dem Hinweis, dass die Stadt Nachmieter sucht. Für rund 550.000 Euro hatte sie das Haus 2004 gekauft mit dem Ziel, eine Querverbindung von der Lipp- zur Mühlenstraße schaffen zu können. So soll - und dieser Plan besteht noch immer - der Autoverkehr vom Alten Markt ferngehalten werden. Der lange Leerstand hat die Wählergemeinschaft auf eine Idee gebracht.

Sie beantragt, das Haus zu verkaufen und stattdessen ein neues Quartier mit bezahlbaren altengerechten Wohnungen zu bauen. Fraktionsvorsitzender Ludwig Deitermann und Ratsmitglied Dr. Hans-Ulrich Mast begründen das mit dem Leerstand der Gewerbeimmobilie und den damit verbundenen fehlenden Mieteinnahmen. Außerdem würde ein Verkauf der Stadtkasse gut tun.

Vier Mietwohnungen und ein Geschäftslokal

Der Antrag lag im vergangenen Jahr bereits dem Rat vor, der verwies ihn an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Am 27. Februar soll er nun im Rathaus diskutiert werden. Die Stadt legt den Parteien allerdings einen deutlichen Beschlussentwurf vor, der in Kurzfassung so lautet: Es wird nichts verkauft.

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In der Begründung heißt es dazu, dass kein Anlass bestehe, die Immobilie und das dazugehörende große Grundstück zu verkaufen. Alle vier Wohnungen in dem Haus seien vermietet, für das Geschäftslokal gebe es durchaus Bewerber. Außerdem will sich die Stadt nicht die Möglichkeit verbauen, die Verbindungsstraße anzulegen. Diese würde dann überwiegend über städtischen Grund führen, lediglich ein letztes Grundstück befindet sich noch in Privatbesitz. Das Projekt ist in dem 2019 verabschiedeten Handlungsplan von Isek (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) mit der Einstufung „höchste Priorität“ gelistet.

Neue Straße soll den Alten Markt entlasten

Die Verbindung von Lipp- zur Mühlenstraße steht schon seit Jahren auf dem Wunschzettel der Stadt. Damit könnte der Marktplatz tatsächlich zur autofreien Zone erklärt werden. Derzeit müssen alle, die von der Lippstraße zur oberen Mühlenstraße wollen, über den Markt fahren. „Die Aufenthaltsqualität insbesondere der Außengastronomie wird dadurch während der Sommermonate geschmälert“, heißt es dazu im Isek-Gutachten. Geld für eine neue Erschließungsstraße würde die Stadt aus Mitteln der Städtebauförderung beantragen.

Die (öffentliche) Sitzung des Ausschusses Stadtentwicklung und Umwelt findet am 27. Februar um 17.30 Uhr im neuen Rathaus, Dr. Conrads-Straße 1, statt.

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