Wahlkampf in Haltern unter besonderen Bedingungen in Zeiten von Corona

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Kontaktsperre, Veranstaltungsverbot - 2020 muss die Politik einen eigenartigen Wahlkampf führen. Die Halterner Bürgermeisterkandidaten läuten den Wettstreit um Bürgerstimmen im Netz ein.

Haltern

, 07.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das ist eine ungewöhnliche Situation“, sagt Andreas Stegemann. Den Fraktionsvorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten der Halterner CDU trifft dabei das gleiche Schicksal wie die anderen Parteien der Seestadt auch. Am 13. September finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. Da sollte jetzt eigentlich so langsam der Wahlkampf beginnen. Info-Stände, Podiumsdiskussionen, Hausbesuche oder andere Veranstaltungen, bei denen die Werbetrommel für politische Positionen und Ziele gerührt werden könnte, sind aktuell allerdings aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Da ist Kreativität gefragt. Insbesondere in der digitalen Welt.

Das persönliche Gespräch fehlt

„Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen“, sagt der Bürgermeisterkandidat der FDP, Torsten Dederichs. Auf Instagram und besonders Facebook ist er neben seiner Partei unterwegs, äußert seine Meinung zu politischen Themen und auch zum Coronavirus in Podcasts.

Torsten Dederichs (FDP)

Torsten Dederichs (FDP) © privat

Auch Dederichs wünscht sich, mehr mit den Bürgern ins Gespräch kommen zu können. In dieser Hinsicht hofft auch er auf eine baldige Lockerung der Kontaktsperre. „Irgendeine Form von Gesprächen muss es noch geben“, meint er. Und wenn das mit Hilfe von Konferenzformaten und Live-Chats im Internet erreicht werde.

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Nicht zuletzt aber - das sagt der Liberale auch - hätten die Menschen zurzeit andere Sorgen als den Wahlkampf. Und das sei ja auch nachvollziehbar.

Nicht alle Altersgruppen werden erreicht

Instagram, Facebook und das Telefon sind derzeit auch für die CDU und Bürgermeisterkandidat Andreas Stegemann die einzigen Möglichkeiten, mit den Bürgern in Kontakt zu treten. „Mit den sozialen Medien erreichen wir aber leider nicht alle Altersgruppen“, bedauert der Christdemokrat.

Andreas Stegemann (CDU)

Andreas Stegemann (CDU) © Ingrid Wielens

Kombinierte Telefon- und Videokonferenzen mit den Bürgern kann er sich ebenfalls gut vorstellen.

Vielleicht aber sei ja auch ein in Zeiten von Corona geänderter, auf Sicherheit setzender Haustür-Wahlkampf noch irgendwann und irgendwie möglich. Ansonsten werde man die zu guter Letzt verbleibende Zeit vielleicht mit einem komprimierten Angebot nutzen müssen, mutmaßt Stegemann.

drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt

Für das Amt des Halterner Stadtoberhaupts gibt es zum aktuellen Zeitpunkt drei Kandidaten: Torsten Dederichs (FDP), Beate Pliete (SPD) und Andreas Stegemann (CDU). Die Unabhängie Bürger-Partei (UBP) will noch in diesem Monat entscheiden, ob auch sie einen Bürgermeister-Kandidaten stellt, erklärte UBP-Ratsmitglied Eugen Ulanowski auf Nachfrage.

Neben den Grünen muss auch die CDU noch ihre Aufstellungsveranstaltung durchführen. Beide Versammlungen waren wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Hier werden die Kommunalwahlkandidaten auf- und das Wahlprogramm vorgestellt. Bei der CDU wird dann zudem der Bürgermeisterkandidat offiziell nominiert. Andreas Stegemann ist zuversichtlich, die erforderlichen Fristen noch einhalten zu können.

Hausbesuche unter besonderen Bedingungen

„Es ist schwierig und ohne Zweifel anders“, beschreibt die Bürgermeisterkandidatin der SPD Haltern, Beate Pliete, den Kommunalwahlkampf 2020. Facebook, Instagram und Twitter sowie ihre Webseite und die der SPD seien aber wenigstens einige „Möglichkeiten, den Menschen zu begegnen“. Es sei ihr wichtig, zu erklären, wofür sie stehe und auch stets ansprechbar zu sein. Die SPD-Fraktionsvorsitzende bietet neuerdings eine telefonische Bürgersprechstunde an. Viele persönliche Gespräche seien so bereits möglich gewesen.

Beate Pliete (SPD)

Beate Pliete (SPD) © Alina Meyer

Auch die Sozialdemokratin hofft, vor dem 13. September noch „unter besonderen Bedingungen und Sicherheitsvorkehrungen“ Hausbesuche durchführen zu dürfen - vorausgesetzt, die Kontaktsperre werde weiter gelockert. Über Podcasts und Videokonferenzen werde ebenfalls nachgedacht.

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